Zendure SolarFlow 2400 AC mit Home Assistant: Lokal steuern per MQTT
Werbung: Deine Photovoltaikanlage produziert tagsüber mehr Strom, als du gerade verbrauchst. Abends kaufst du wieder Energie aus dem Netz. Ein Batteriespeicher könnte helfen – aber dein vorhandener Wechselrichter bietet keinen passenden Anschluss. Musst du deshalb die halbe Anlage umbauen?
Genau hier werden AC-Speicher wie der Zendure SolarFlow 2400 AC interessant. Sie lassen sich auf der Wechselstromseite ergänzen und ermöglichen es, vorhandene Solaranlagen um einen Speicher zu erweitern.
Mich interessiert dabei besonders eine Frage: Wie unabhängig bleibt das System von Hersteller-App, Internet und Cloud? Schließlich soll ein Batteriespeicher viele Jahre funktionieren. Seine grundlegende Steuerung sollte möglichst nicht davon abhängen, ob ein externer Server erreichbar ist.
In diesem Artikel zeige ich dir, wie die Anbindung an Home Assistant funktioniert, welche Rolle MQTT übernimmt und was der Offline-Test tatsächlich belegt. Außerdem erkläre ich dir, wie du Lade- und Entladeenergie im Energy Dashboard sichtbar machst.
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Warum ein AC-Speicher für bestehende PV-Anlagen interessant ist
Bei einem klassischen Batteriesystem ist der Speicher häufig direkt mit einem geeigneten Hybridwechselrichter verbunden. Wenn dein vorhandener Wechselrichter diese Möglichkeit nicht bietet, kann eine Nachrüstung aufwendiger werden.
Ein AC-Speicher setzt an einer anderen Stelle an: am Wechselstromnetz deines Hauses.
Deine Solarmodule erzeugen zunächst Gleichstrom. Der PV-Wechselrichter wandelt ihn in Wechselstrom um. Der AC-Speicher nimmt Energie aus dem Hausnetz auf, speichert sie im Akku und gibt sie später wieder als Wechselstrom ab.
Dadurch muss er nicht unmittelbar neben den Solarmodulen stehen. Ein geeigneter Aufstellort, ein fachgerecht ausgeführter elektrischer Anschluss und die erforderliche Netzwerkverbindung sind trotzdem notwendig.
Für mich ist dieser Ansatz vor allem dann interessant, wenn die vorhandene PV-Anlage zuverlässig arbeitet und ich sie möglichst unverändert weiterverwenden möchte.
Die Nachrüstbarkeit hat allerdings einen technischen Preis: Beim Laden und Entladen entstehen zusätzliche Umwandlungsverluste. Aus Gleichstrom wird Wechselstrom, anschließend wieder Gleichstrom und bei der späteren Nutzung erneut Wechselstrom.
Ob sich der Speicher lohnt, hängt deshalb nicht allein von seiner Kapazität ab. Entscheidend sind auch dein tatsächlicher Überschuss, dein Verbrauch am Abend und die im Alltag nutzbare Energie.
SolarFlow 2400 AC: Leistung und Kapazität richtig einordnen
Beim Namen SolarFlow 2400 AC solltest du zwei Größen auseinanderhalten:
- Leistung in Watt: Wie schnell kann der Speicher Energie aufnehmen oder abgeben?
- Kapazität in Kilowattstunden: Wie viel Energie können die Akkus speichern?
Zendure nennt für dieses Modell bis zu 2.400 Watt AC-Lade- und Entladeleistung. Ein AB3000X-Akku besitzt eine Nennkapazität von 2,88 kWh. Mit zwei Akkus in unserem Test ergeben sich 5,76 kWh. Maximal sind sechs AB3000X und damit 17,28 kWh vorgesehen. Die tatsächlich verfügbare Leistung hängt unter anderem vom Betriebszustand und den eingestellten Grenzen ab.
Ein vereinfachtes Rechenbeispiel hilft bei der Einordnung: Ein Verbrauch von durchschnittlich 300 Watt entspricht über zehn Stunden einer Energiemenge von 3 kWh. In der Praxis kommen Speicherverluste, Eigenverbrauch und eine eventuell eingestellte Restladung hinzu.
Ich würde die Speichergröße deshalb an deinem typischen Tagesablauf ausrichten. Ein großer Akku bringt wenig, wenn deine Solaranlage ihn nur selten füllt.
Wichtig ist außerdem die genaue Modellbezeichnung. Beim SolarFlow 2400 AC sind AB3000X vorgesehen. Ähnlich benannte Geräte und Akkus die ich anderen Posts schon getestet habe solltest du nicht automatisch als kompatibel betrachten.

Wie unabhängig ist der Speicher von der Zendure-App?
Für die Ersteinrichtung wird die Zendure-App benötigt. Darüber werden das Gerät verbunden, das WLAN eingerichtet und die lokale MQTT-Anbindung aktiviert.
Damit ist der Speicher in diesem Ablauf nicht vollständig ohne Hersteller-App einrichtbar.

Für den späteren Betrieb ist die Situation anders: Sobald die lokale Verbindung funktioniert, kann Home Assistant Messwerte empfangen und Steuerbefehle senden. Im Test war dafür kein dauerhaft verfügbarer Internetzugang des Speichers erforderlich.
Ich unterscheide deshalb zwischen drei Fragen:
- Kann ich das Gerät ohne App erstmals einrichten? Nein
- Kann ich es nach der Einrichtung ohne Cloud betreiben? Ja
Diese Unterscheidung ist wichtig, wenn dir eine langfristig nutzbare Anlage am Herzen liegt.
MQTT: Die Verbindung zwischen Speicher und Home Assistant
MQTT ist ein Nachrichtenprotokoll, das häufig in Smart-Home-Systemen eingesetzt wird. Ein sogenannter Broker nimmt Nachrichten entgegen und verteilt sie an die angemeldeten Teilnehmer.
Es kommunizieren dann der Speicher und Home Assistant mit einem Broker in deinem lokalen Netzwerk.
Der Speicher meldet beispielsweise seinen Ladezustand und Leistungswerte. Home Assistant kann diese Informationen auswerten und passende Vorgaben zurücksenden.
Zendure dokumentiert die Verbindung mit Home Assistant und lokalem MQTT inzwischen auch in seinem eigenen Wiki. Den genauen Einrichtungsweg solltest du immer mit deiner Geräte- und Firmwareversion abgleichen.
Was du für die Einrichtung brauchst
Du benötigst:
- Eine laufende Home-Assistant-Installation.
- Einen erreichbaren lokalen MQTT-Broker.
- Die MQTT-Integration in Home Assistant.
- Zugangsdaten für den Broker.
- Eine Netzwerkverbindung zwischen Speicher, Broker und Home Assistant.
- Die Zendure-App für die Geräteeinrichtung.
Wichtig: Die Broker-Adresse ist nur dann identisch mit der Adresse von Home Assistant, wenn der Broker tatsächlich auf demselben System erreichbar ist. Läuft er auf einem anderen Server, trägst du dessen Adresse ein.
MQTT im Speicher konfigurieren
In den MQTT-Einstellungen die lokale Broker-Adresse, Port, Benutzername und Passwort hinterlegen. Für die unverschlüsselte lokale Verbindung wird Port 1883 genutzt.
Ich würde dafür eigene Zugangsdaten anlegen. Welche Benutzerverwaltung zuständig ist, hängt von deiner Broker-Installation ab. Ein in Home Assistant angelegter Benutzer funktioniert nicht automatisch mit jedem separat betriebenen MQTT-Server.
Nach dem Speichern startet das Gerät neu. Anschließend erscheinen seine Messwerte und Steuerungsmöglichkeiten in Home Assistant.
Bevor du eine automatische Regelung aktivierst, prüfst du die Verbindung am besten mit kleinen, zulässigen Sollwerten:
- Eine geringe Ladeleistung vorgeben.
- Die tatsächliche Leistungsaufnahme beobachten.
- Den Sollwert wieder auf null setzen.
- Eine geringe Entladeleistung testen.
- Das Ergebnis mit deiner Netzanschlussmessung vergleichen.
So erkennst du frühzeitig, ob die angezeigten Werte zum tatsächlichen Verhalten passen.
Lade- und Entladesensoren richtig zuordnen
Ein praktischer Stolperstein sind die Sensorbezeichnungen.
Begriffe wie „packInputPower“, „OutputPackPower“, können sich auf unterschiedliche Seiten des Systems beziehen. Was aus Sicht einer Komponente ein Ausgang ist, kann aus Sicht einer anderen ein Eingang sein.
Ich würde deshalb keine Sensorzuordnung ungeprüft übernehmen.
Entscheidend ist der Funktionstest: Wenn du den Akku gezielt laden lässt, muss der dafür ausgewählte Leistungssensor entsprechend reagieren. Beim Entladen prüfst du den anderen Sensor.
Achte außerdem darauf, ob du gerade eine batterieseitige DC-Leistung oder eine netzseitige AC-Leistung betrachtest. Diese Werte können wegen der Umwandlungsverluste voneinander abweichen.
Das ist besonders wichtig, wenn du später Wirkungsgrade berechnen möchtest. Zwei Zahlen lassen sich nur sinnvoll vergleichen, wenn klar ist, an welchen Stellen sie gemessen wurden.
PV-Überschuss mit Home Assistant automatisch speichern
Eine MQTT-Verbindung allein entscheidet noch nicht, wann geladen oder entladen werden soll. Dafür brauchst du eine Regelung und geeignete Messwerte.
Der wichtigste Messpunkt liegt am Netzanschluss. Dort lässt sich erkennen, ob dein Haushalt gerade Strom bezieht oder einspeist.
Ein einfaches Beispiel:
Deine PV-Anlage erzeugt 1.200 Watt, während deine Verbraucher 500 Watt benötigen. Ohne weitere Einflüsse bleiben 700 Watt Überschuss. Eine passende Regelung kann dem Speicher eine entsprechende Ladeleistung vorgeben.
Abends entsteht die umgekehrte Situation: Die PV-Produktion fällt weg, dein Haus benötigt aber weiterhin Strom. Dann kann der Akku innerhalb seiner Grenzen Leistung bereitstellen und den Netzbezug reduzieren.
Ich baue gerade ein Regelungs-Add-on für genau diese Aufgabe. Hier kannst du dich gerne zu „Soalex“ (so nenne ich das Ganze) anmelden:
Netzleistung messen, Bedarf bestimmen, Speicherleistung anpassen.
Warum eine Regelung nicht ständig exakt null erreicht
In einem realen Haushalt ändern sich Lasten laufend. Ein Kühlschrank schaltet ein, der Wasserkocher startet oder eine Wolke zieht über die Module.
Zwischen Messung, Übertragung und Leistungsänderung vergeht Zeit. Deshalb sind kurze Abweichungen vom gewünschten Netzbezug normal.
Ich würde auf eine ruhige, nachvollziehbare Regelung achten. Ein System, das ständig zwischen Laden und Entladen springt, ist nicht automatisch besser als eines, das kleine Abweichungen zulässt.
Außerdem sollte festgelegt sein, was bei fehlenden Messwerten passiert. Ein alter Netzleistungswert darf nicht unbegrenzt als aktuelle Grundlage gelten.
Shelly und Zendure: Lokal messen bedeutet nicht automatisch lokal regeln
Zunächst verknüpfe ich den Shelly über das Herstellersystem mit dem Speicher. Anschließend sperre ich den Internetzugang des Speichers und schalte eine zusätzliche Last ein.
Während der rund zehnminütigen Beobachtung passt sich die Speicherleistung in unserem Aufbau nicht an. Nachdem der Internetzugang wieder freigegeben wird, setzt die Regelung wieder ein.
Daraus lässt sich für diese getestete Konfiguration ableiten: Die Verknüpfung war offenbar auf eine Internetverbindung angewiesen.
Ich würde daraus aber keine pauschale Aussage über sämtliche Firmwarestände, Shelly-Modelle oder zukünftigen Herstellerlösungen machen.
Der entscheidende Unterschied liegt im Kommunikationsweg. Ein Shelly kann lokal Messwerte liefern. Wenn diese Werte für die Speicherregelung trotzdem über einen externen Dienst verarbeitet werden, bleibt die gesamte Regelung cloudabhängig.
Beim lokalen Home-Assistant-Aufbau übernimmt deine eigene Zentrale die Verarbeitung der Messwerte und die Steuerung über MQTT.
Was zeigt der Offline-Test tatsächlich?
Für den Offline-Test wird der Internetzugriff des SolarFlow 2400 AC im Router blockiert. Die Verbindung innerhalb des lokalen Netzwerks bleibt bestehen. Würdest du stattdessen das WLAN des Geräts abschalten, könnte es auch den lokalen MQTT-Broker nicht mehr erreichen.
Über mehrere Tage bleibt die Steuerung grundsätzlich verfügbar. Ich habe 5 Tage getestet. Home Assistant empfängt Daten und sendet Lade- beziehungsweise Entladevorgaben.
Ich habe durch den Internetentzug keine verursachten Neustarts beobachtet.
Meine Einordnung lautet deshalb: Der mehrtägige Betrieb ist ein guter praktischer Hinweis auf funktionierende lokale Steuerung.
Er beweist allerdings keinen unterbrechungsfreien Betrieb über Jahre.
SolarFlow 2400 AC im Energy Dashboard anzeigen
Nachdem die Steuerung funktioniert, möchte ich auch sehen, wie viel Energie tatsächlich in den Speicher hinein- und wieder herausfließt.
Dafür brauchst du Energiezähler. Ein Leistungssensor mit 400 Watt beschreibt nur einen momentanen Zustand. Erst zusammen mit der Zeit ergibt sich eine Energiemenge.
Ein einfaches Beispiel: Fließen 400 Watt eine Stunde lang, sind das 0,4 kWh.
Home Assistant kann solche Energiemengen aus Leistungssensoren berechnen. Dafür steht der Integral-Helfer zur Verfügung. Für die Batterieauswertung werden geladene und entladene Energie getrennt erfasst.
Zwei Integral-Helfer anlegen
Unter „Einstellungen“, „Geräte & Dienste“ und „Helfer“ legst du einen Integralsensor an.
Für einen Ausgangssensor in Watt verwendest du:
- Als Eingang den Ladeleistungssensor. (Bei mir „OutputPackPower“)
- Als metrisches Präfix „k (kilo)“.
- Als Zeiteinheit „Stunden“.
- Einen eindeutigen Namen, beispielsweise „SolarFlow geladene Energie“.
Danach wiederholst du den Vorgang mit dem Entladeleistungssensor. (Bei mir „PackInputPower“)
Nutze die linke Riemann-Summe. Die eignet sich besonders für Werte, die längere Zeit konstant bleiben und dann sprunghaft wechseln. Bei anderen Signalverläufen kann eine andere Methode besser passen. Ein maximales Teilintervall ermöglicht zusätzliche Aktualisierungen bei unverändertem Eingangswert.
Anschließend ordnest du beide Energiezähler in den Einstellungen des Energy Dashboards dem Batteriespeicher zu.

Messwerte plausibel prüfen
Ich würde zunächst einen überschaubaren Zeitraum betrachten:
Steigt der Zähler für geladene Energie beim Laden? Bleibt der Entladezähler dabei weitgehend unverändert? Passen die Größenordnungen zur beobachteten Leistung?
Falls du später Lade- und Entladeenergie zur Effizienzbewertung vergleichst, müssen Anfangs- und Endladezustand berücksichtigt werden. Ein am Tagesende vollerer Akku erklärt bereits einen Teil der Differenz. Dazu kommen Messpunkt, Eigenverbrauch und Verluste.
Das Dashboard liefert dir damit eine gute Übersicht, ersetzt aber keinen sauber abgegrenzten Wirkungsgradtest.
Anschluss und Registrierung in Deutschland
Die technischen Möglichkeiten des Geräts und die zulässige Anschlussweise sind zwei unterschiedliche Themen.

Bitte vor der Inbetriebnahme die konkrete Kombination aus PV-Anlage, Speicher, Anschluss und gewünschter Leistung mit einem Elektrofachbetrieb klären.
Mein Fazit: Die lokale Steuerung macht den Unterschied

Für mich liegt der besondere Reiz dieses Aufbaus in der Verbindung aus nachrüstbarem AC-Speicher und lokalem Energiemanagement.
Der SolarFlow 2400 AC lässt sich über MQTT in Home Assistant einbinden und im getesteten Zustand auch ohne Internetzugang weiter steuern. Gleichzeitig bleiben klare Grenzen: Die Ersteinrichtung benötigt die App, die getestete Shelly-Verknüpfung verhielt sich anders und belastbare Effizienzmessungen fehlen.
Wenn du einen solchen Aufbau umsetzt, würde ich schrittweise vorgehen: zuerst die Verbindung prüfen, dann die Sensoren zuordnen, anschließend die Regelung aktivieren und zuletzt einen eigenen Offline-Test durchführen.
So erhältst du ein System, dessen Verhalten du nachvollziehen kannst – und eine deutlich bessere Grundlage für dein eigenes Energiemanagement.
Hier wie auch bei anderen Modellen das gewohnte Bewertungsschemata für den SolarFlow 2400 AC:

Nutzt du bereits einen Zendure-Speicher mit Home Assistant oder planst du die Nachrüstung? Schreib mir in die Kommentare, welches Modell du verwendest und ob deine Steuerung ohne Internet zuverlässig weiterläuft. Besonders spannend finde ich deine Erfahrungen mit MQTT, Shelly und der Überschussregelung.
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Alex Kly (Alkly)
Ich glaube an ein Smart Home, das dir gehört – nicht der Cloud. Ich zeige dir, wie du Technik nutzt, um Energie zu sparen, Solar optimal einzubinden und dein Zuhause nachhaltig zu steuern.
Ein Zuhause, das mitdenkt, dich entlastet – und dich jeden Tag ein Stück freier macht.
