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Anker SOLIX Solarbank Max AC im Praxistest: PV-Speicher nachrüsten ohne Wechselrichtertausch

Werbung: Es gibt dieses eine typische Problem, das viele Besitzer einer bestehenden PV-Anlage kennen: Tagsüber produziert die Solaranlage ordentlich Strom, manchmal sogar viel mehr, als im Haus gerade verbraucht wird. Die Waschmaschine läuft, die Spülmaschine wird bewusst in die Sonnenstunden gelegt, vielleicht wird auch noch der Warmwasserboiler oder ein anderer größerer Verbraucher eingeschaltet. Trotzdem bleibt oft ein ordentlicher Überschuss übrig, der ins Netz eingespeist wird. Abends sieht die Welt dann plötzlich anders aus. Die Sonne ist weg, der Fernseher läuft, der Computer ist an, vielleicht wird noch gekocht oder gezockt, und nachts bleibt ein gewisser Grundverbrauch im Haus bestehen. Genau dann wird wieder Strom aus dem Netz gekauft.

Auf dem Papier klingt eine PV-Anlage dadurch manchmal effizienter, als sie sich im Alltag wirklich anfühlt. Denn der Eigenverbrauch ist der entscheidende Punkt. Es geht nicht nur darum, möglichst viel Strom zu erzeugen, sondern möglichst viel davon selbst zu nutzen. Genau an dieser Stelle wird ein Stromspeicher interessant. Aber was ist, wenn die PV-Anlage schon einige Jahre alt ist und der vorhandene Wechselrichter gar keinen Batteriespeicher unterstützt? Muss dann gleich der ganze Wechselrichter raus? Muss die Anlage aufwendig umgebaut werden? Oder gibt es inzwischen eine einfachere Lösung?

Genau darum geht es in diesem Praxistest. Ich war bei meinem Kumpel Sebo, der eine richtig ordentliche Dach-PV-Anlage mit 9,7 kWp auf dem Haus hat. Also nicht nur ein kleines Balkonkraftwerk mit Speicher, sondern eine ausgewachsene Solaranlage, die an guten Tagen richtig viel Strom produziert. Das Problem: Seine Anlage ist etwa sechs Jahre alt, der Wechselrichter kann keinen klassischen PV-Speicher aufnehmen, und ein kompletter Umbau wäre teuer. Deshalb haben wir uns eine Alternative angeschaut: die Anker SOLIX Solarbank Max AC*. Ein AC-Speicher, der direkt auf der Wechselstromseite eingebunden wird und damit besonders spannend für Bestandsanlagen sein kann.

Warum ein PV-Speicher bei bestehenden Solaranlagen oft kompliziert ist

Bei neuen PV-Anlagen wird ein Batteriespeicher heute oft direkt mitgedacht. Dann wird entweder ein Hybridwechselrichter verbaut oder das komplette System wird gleich so geplant, dass Module, Wechselrichter, Speicher und Energiemanagement sauber zusammenspielen. Bei älteren Anlagen sieht das häufig anders aus. Vor sechs, sieben oder acht Jahren waren Batteriespeicher noch deutlich teurer und wirtschaftlich oft schwer zu rechtfertigen. Viele haben sich deshalb bewusst gegen einen Speicher entschieden und eine klassische PV-Anlage mit normalem Wechselrichter installiert.

Das ist grundsätzlich kein Fehler gewesen. Damals war die Entscheidung oft absolut nachvollziehbar. Speicher waren teuer, die Technik war noch weniger verbreitet, und die Amortisation sah häufig nicht besonders attraktiv aus. Das Problem kommt erst später: Wenn man merkt, dass der Eigenverbrauch höher sein könnte, lässt sich nicht jeder alte Wechselrichter einfach mit einem Speicher erweitern.

Genau so war es bei Sebo. Seine PV-Anlage produziert tagsüber ordentlich Überschuss. Im Keller hängt ein Wechselrichter, der zuverlässig funktioniert, aber eben keinen Speicheranschluss bietet. Ein klassischer Batteriespeicher direkt auf der PV-Seite wäre also nur mit einem Wechselrichtertausch möglich. Und damit wird es schnell teuer. Im Gespräch ging es grob um eine Größenordnung von rund 7.000 Euro für Wechselrichter, Speicher und Installation, abhängig von Ausführung und Speicherkapazität. Das ist genau der Punkt, an dem viele Hausbesitzer anfangen zu rechnen.

Denn ein Speicher soll am Ende nicht nur technisch funktionieren, sondern auch wirtschaftlich Sinn ergeben. Wenn der Umbau der bestehenden Anlage zu teuer wird, kippt die Rechnung schnell. Deshalb ist die Idee eines AC-Speichers so spannend.

AC-Speicher statt Wechselrichtertausch: Die Grundidee

Ein klassischer PV-Speicher wird häufig auf der Gleichstromseite der Solaranlage eingebunden. Die Solarmodule erzeugen Gleichstrom, dieser wird entweder direkt gespeichert oder über einen Hybridwechselrichter verarbeitet. Das kann technisch sehr effizient sein, setzt aber voraus, dass die Anlage dafür ausgelegt ist.

Ein AC-Speicher funktioniert anders. Er wird auf der Wechselstromseite eingebunden, also dort, wo im Haus bereits 230 Volt anliegen. Der Speicher nimmt Wechselstrom aus dem Hausnetz auf, wandelt ihn intern in Gleichstrom um, speichert die Energie in der Batterie und wandelt sie beim Entladen wieder zurück in Wechselstrom. Dadurch kann der Strom später wieder im Haus genutzt werden.

Der große Vorteil liegt auf der Hand: Man muss nicht zwingend den vorhandenen PV-Wechselrichter austauschen. Die bestehende Solaranlage bleibt im Prinzip so, wie sie ist. Der AC-Speicher schaut über ein Messsystem, ob gerade Überschuss vorhanden ist, lädt dann die Batterie und gibt die Energie später wieder ab, wenn das Haus Strom benötigt.

Natürlich hat diese Lösung auch einen Nachteil. Durch die Wandlung von AC zu DC und später wieder von DC zu AC entstehen Verluste. Das ist technisch unvermeidbar. Wer maximale Effizienz sucht, muss diesen Punkt ehrlich berücksichtigen. Aber dafür ist die Nachrüstung deutlich einfacher. Und genau bei bestehenden Anlagen kann diese Einfachheit den Unterschied machen. Aber behalte im Kopf, ein AC Speicher hat bestimmt 3-10% mehr Verlust wie ein DC Speicher

Die Ausgangssituation: 9,7 kWp PV-Anlage mit viel Überschuss

Bei Sebo war die Situation eigentlich ideal für so einen Test. Seine Dachanlage hat 9,7 kWp und produziert an sonnigen Tagen deutlich mehr Strom, als tagsüber im Haus direkt verbraucht wird. Die PV-Anlage erzeugt mehrere Kilowatt Leistung, das Haus verbraucht aber nur ein paar hundert Watt. Der Rest geht ins Netz.

Das ist grundsätzlich nicht schlimm, denn für eingespeisten Strom gibt es eine Vergütung. Aber wenn man tagsüber für relativ wenig Geld einspeist und abends oder nachts teurer zurückkauft, ist klar, wo das Optimierungspotenzial liegt. Besonders spannend wird es bei Haushalten mit konstantem Grundverbrauch. Bei Sebo liegt der Nachtverbrauch ungefähr bei 250 Watt. Dazu kommen abends typische Verbraucher wie Fernseher, Computer, Spülmaschine oder andere Geräte.

Ein Speicher mit 7 kWh Kapazität kann in so einem Szenario bereits sehr viel abdecken. Wenn nachts konstant 250 Watt laufen, wären das über acht Stunden nur etwa 2 kWh. Natürlich kommen abends noch andere Verbraucher dazu, aber man sieht schnell: 7 kWh sind für viele Haushalte eine praxisnahe Größe. Nicht zu klein, um nach kurzer Zeit leer zu sein, aber auch nicht direkt überdimensioniert.

Die Anker SOLIX Solarbank Max AC bringt in der getesteten Variante genau diese 7 kWh mit. Sie ist außerdem erweiterbar, sogar bis 42 kWh. Das ist dann schon eine ganz andere Hausnummer und eher für Haushalte mit sehr hohem Verbrauch, viel PV-Leistung oder speziellen Anforderungen interessant. Für den typischen Eigenverbrauchsfall ist die 7-kWh-Version aber bereits ein spannender Startpunkt.

Installation: Warum die Steckdose hier entscheidend ist

Einer der wichtigsten Punkte bei diesem Speicher ist die Leistung. Die Anker SOLIX Solarbank Max AC kann mit bis zu 3,5 kW laden und entladen. Das ist für einen nachrüstbaren AC-Speicher eine echte Ansage. Aber genau diese Leistung bedeutet auch: Das ist kein Gerät, das man einfach wie ein kleines Balkonkraftwerk dauerhaft über irgendeine alte Schuko-Steckdose betreiben sollte.

Für diese Leistung kann eine Wieland-Einspeisesteckdose genutzt werden. Der Speicher kommt zwar auch mit einem Schuko-Kabel beziehungsweise es gibt entsprechende Anschlussmöglichkeiten, aber wenn die vollen 3,5 kW genutzt werden sollen, braucht es eine saubere elektrische Installation. Dazu gehört eine geeignete Leitung, eine passende Absicherung und ein Elektriker, der das Ganze fachgerecht anschließt.

Das ist kein unnötiger Formalismus, sondern schlicht Sicherheit. Eine normale Schuko-Steckdose ist nicht dafür gedacht, dauerhaft hohe Leistungen in dieser Größenordnung sauber zu übertragen. Gerade bei Dauerlasten sollte man nicht experimentieren. Im Test wurde deshalb eine Wieland-Steckdose gesetzt, mit eigener Leitung und passender Absicherung. Bei Sebo wurde ebenfalls vor der eigentlichen Inbetriebnahme der Elektriker eingebunden.

Tipp: Wenn du so einen Speicher nachrüsten willst, plane den Elektriker von Anfang an mit ein. Die reine Geräteinstallation wirkt zwar einfach, aber die elektrische Einbindung muss zur Leistung passen. Gerade bei 3,5 kW Lade- und Entladeleistung sollte hier nicht improvisiert werden.

Ein weiterer Punkt ist die Anmeldung beziehungsweise rechtliche Einordnung. Die Anmeldung kann mit dem Elektriker abgestimmt werden und auch das Marktstammdatenregister taucht in der App auf. Das ist wichtig, denn sobald ein Gerät aktiv ins Hausnetz einspeist oder netzparallel arbeitet, sollte man die regulatorischen Anforderungen sauber klären.

Hardware: Schwer, massiv und mit 7 kWh Speicherkapazität

Beim Auspacken fällt sofort auf: Das Teil ist kein kleines Spielzeug. Der Speicher wiegt über 70 kg. Das ist natürlich unpraktisch, wenn man ihn allein bewegen möchte, aber bei Batteriespeichern gilt oft: Schwer ist zumindest ein Hinweis darauf, dass ordentlich Kapazität verbaut ist. In diesem Fall sind es 7 kWh.

Optisch und haptisch wirkt der Speicher hochwertig. Es gibt ein Display, Anschlüsse, Befestigungsmaterial, ein Anschlusskabel und die Möglichkeit, über das passende Kabel die volle Leistung zu nutzen. Besonders spannend ist, dass der Speicher offenbar erkennt, welches Kabel angeschlossen ist. Wird der Wieland-Anschluss genutzt, sind die höheren Leistungen möglich.

Neben dem Anschluss für den Netzbetrieb gibt es auch eine Load-Steckdose beziehungsweise Backup-Steckdose. Diese kann im Notfall Strom bereitstellen, wenn das Netz ausfällt. Im Test wurde genau diese Funktion ausprobiert. Der Speicher wurde vom Netz getrennt, die Backup-Funktion aktiviert, und anschließend wurde sogar ein E-Auto über die Steckdose geladen. Natürlich ist das nicht die effizienteste Art, Energie zu nutzen, weil der Strom mehrfach gewandelt wird. Aber als Notfallfunktion ist es beeindruckend, dass so etwas überhaupt möglich ist.

Man muss hier ehrlich bleiben: Ein Batteriespeicher ist kein vollwertiger Ersatz für ein sauber geplantes Notstromsystem mit Umschaltung, separaten Stromkreisen und klar definierter Ersatzstromversorgung. Aber eine nutzbare Backup-Steckdose kann im Alltag extrem praktisch sein. Für Router, Kühlgerät, Licht, Ladegeräte oder einzelne wichtige Verbraucher ist das ein echter Mehrwert.

Einrichtung per App: Schnell, aber nicht komplett ohne Konto

Die Erstinbetriebnahme erfolgt über die Anker-App. Im Test wurde eine Beta-Version genutzt, weil das Produkt zum Zeitpunkt des Beitrags noch sehr neu ist. Trotzdem lief die Einrichtung unkompliziert. Der Speicher wurde in der App gefunden, über Bluetooth bestätigt und anschließend mit dem WLAN verbunden. Wie bei vielen IoT-Geräten wird ein 2,4-GHz-WLAN genutzt.

Ein wichtiger Punkt: Für die Einrichtung wird ein Benutzerkonto benötigt. Das ist bei vielen Herstellern leider Standard. Für mich ist so etwas immer ein kritischer Punkt, weil ich bei Smart-Home- und PV-Technik möglichst unabhängig von Cloud-Systemen bleiben möchte. Wenn ein Gerät nur funktioniert, solange die Herstellercloud erreichbar ist, ist das langfristig ein Risiko.

Im Fall der Anker SOLIX Solarbank Max AC sieht es aber deutlich besser aus als bei früheren Produkten. Die App wird für die Einrichtung genutzt, aber die lokale Steuerung und das lokale Auslesen sind über Modbus TCP möglich. Genau das ist der entscheidende Unterschied.

Bei der Einrichtung wurde außerdem ein Smart Meter eingebunden. Im Test kam ein Shelly zum Einsatz, der bereits im Haus vorhanden war. Die App konnte den Shelly über die entsprechende Integration einbinden. Der Speicher weiß dadurch, ob das Haus gerade Strom aus dem Netz zieht oder Überschuss vorhanden ist. Auf dieser Basis kann er im Eigenverbrauchsmodus laden und entladen.

Eigenverbrauchsmodus: Der Speicher versucht auf null zu regeln

Der Eigenverbrauchsmodus ist für die meisten Nutzer wahrscheinlich der wichtigste Betriebsmodus. Die Idee ist einfach: Wenn PV-Überschuss vorhanden ist, lädt der Speicher. Wenn das Haus Strom benötigt und keine ausreichende PV-Leistung verfügbar ist, entlädt der Speicher. Ziel ist, den Netzbezug möglichst gering zu halten.

Im Test wurde die Netzleistungsbegrenzung auf 3,5 kW gesetzt. Danach konnte der Speicher tatsächlich mit rund 3,5 kW entladen. Das ist besonders interessant, weil viele kleinere Speicherlösungen deutlich weniger Leistung bereitstellen. Für reale Haushalte ist nicht nur die Kapazität entscheidend, sondern auch die Leistung. Ein Speicher mit viel Kapazität, aber sehr geringer Entladeleistung, hilft nur begrenzt, wenn abends kurzzeitig größere Verbraucher laufen.

Bei Sebo ist das relevant, weil ein Haus nicht nur aus Grundlast besteht. Natürlich laufen nachts vielleicht nur 250 Watt. Aber wenn Herd, Spülmaschine, Computer, Fernseher oder andere Verbraucher dazukommen, können schnell höhere Leistungen entstehen. Dann ist es ein großer Vorteil, wenn der Speicher nicht nur 600 oder 800 Watt liefern kann, sondern mehrere Kilowatt.

Im Test reagierte der Speicher auf Änderungen im Hausverbrauch und versuchte, den Netzbezug auszugleichen. Es gab kurze Überschwinger, also Momente, in denen etwas zu viel oder zu wenig geregelt wurde. Das ist bei solchen Systemen normal, weil Messwerte, Kommunikation und Wechselrichterregelung immer eine gewisse Verzögerung haben. Entscheidend ist, ob das System im Alltag stabil und schnell genug arbeitet. Und hier sah der erste Eindruck sehr gut aus.

Home Assistant: Endlich lokale Integration über Modbus TCP

Der für mich spannendste Teil des gesamten Tests war nicht die App, sondern die lokale Integration in Home Assistant. Ich möchte meine PV-, Speicher- und Verbrauchsdaten nicht nur in einer Hersteller-App sehen. Ich möchte sie lokal im eigenen Smart Home speichern, auswerten und idealerweise auch steuern können. Genau hier trennt sich bei vielen Geräten die Spreu vom Weizen.

Bei früheren Anker-Produkten war die Cloud-Abhängigkeit ein großes Thema. Es gab zwar später Community-Lösungen und Integrationen, aber so richtig sauber lokal war das nicht immer. Umso spannender ist, dass es für die Anker SOLIX Geräte inzwischen eine offizielle Home-Assistant-Integration über Modbus TCP gibt.

Modbus TCP ist ein industrielles Kommunikationsprotokoll, das sich sehr gut für lokale Energiedaten eignet. Es ist nicht MQTT, sondern arbeitet anders, aber der entscheidende Punkt ist: Man muss nicht bei jeder Abfrage über die Cloud gehen. Das ist für Datenschutz, Stabilität und Langzeitnutzung ein riesiger Vorteil.

Die Installation lief über HACS. In Home Assistant wurde nach „Anker SOLIX Official“ gesucht, die Integration installiert und Home Assistant anschließend neu gestartet. Danach musste in der Anker-App die Drittanbietersteuerung beziehungsweise Modbus TCP aktiviert werden. Praktisch war, dass die App die IP-Adresse des Speichers direkt angezeigt hat. Diese IP wurde in Home Assistant eingetragen, und die Verbindung stand.

Das war im Test überraschend einfach. Keine komplizierten YAML-Konstruktionen, keine selbstgebauten Sensoren, keine Cloud-Umwege. Genau so sollte eine moderne lokale Integration aussehen.

Welche Werte in Home Assistant verfügbar sind

Nach der Einrichtung standen in Home Assistant verschiedene Werte und Steuerungsmöglichkeiten zur Verfügung.

Endlich gibt es auch die Möglichkeit, lokal den AC Speicher zu steuern. Beispiel hier 500 Watt darf er jetzt laden. Das geht über die offizielle Anker HACS Integration wirklich gut. https://github.com/anker-charging/ha-anker-solix-official

Besonders wichtig sind Ladeleistung, Entladeleistung, geladene Energie und entladene Energie. Diese Werte sind entscheidend, wenn man den Speicher im Energy Dashboard sauber abbilden möchte.

Früher musste man bei vielen Geräten aus einem Leistungssensor selbst eine Energiemenge berechnen. Das funktioniert über Integralsensoren, ist aber immer etwas zusätzlicher Aufwand. Hier scheint die Integration bereits passende kWh-Sensoren für Ladeenergie und Entladeenergie mitzubringen. Das ist ein großer Komfortgewinn.

Im Energy Dashboard konnte der Speicher dadurch relativ schnell als Heimspeichersystem eingebunden werden. Die geladene Batterieenergie und die entladene Batterieenergie wurden ausgewählt, dazu die passenden Leistungssensoren. Nach kurzer Zeit waren die Werte sichtbar. Genau das ist für mich ein echter Praxisvorteil, weil man so langfristig sehen kann, wie viel Energie wirklich in den Speicher geht, wie viel wieder herauskommt und wie sich der Eigenverbrauch entwickelt.

Gerade bei einem AC-Speicher ist diese Auswertung wichtig. Wegen der Wandlungsverluste möchte man langfristig wissen, wie effizient das System im eigenen Haushalt wirklich arbeitet. Das sieht man nicht an einem einzigen sonnigen Nachmittag, sondern über Wochen und Monate.

Lokale Steuerung: Mehr als nur Daten auslesen

Eine Sache ist das Auslesen von Daten. Eine ganz andere Sache ist die aktive Steuerung. Für ein echtes Smart-Home-Energiesystem reicht es nicht, nur Werte anzeigen zu lassen. Man möchte den Speicher auch gezielt laden oder entladen können. Zum Beispiel, wenn dynamische Stromtarife genutzt werden, wenn eine Prognose für den nächsten Tag berücksichtigt werden soll oder wenn mehrere Verbraucher und Speicher intelligent zusammenspielen sollen.

Im Test konnte der Speicher über Home Assistant tatsächlich gesteuert werden. Es war möglich, zwischen Eigenverbrauchsmodus und Drittanbietersteuerung zu wechseln. Außerdem konnten Lade- und Entladeleistungen vorgegeben werden. Im Test wurde etwa mit 500 Watt geladen oder gezielt entladen. Die Reaktion dauerte ein paar Sekunden, grob im Bereich von etwa fünf bis zehn Sekunden. Für eine Überschussregelung ist das bereits gut brauchbar.

Natürlich ist das noch kein finaler Langzeittest. Gerade bei einer automatisierten Regelung kommt es darauf an, wie stabil die Befehle über Tage und Wochen angenommen werden, wie sauber der Speicher bei schnellen Lastwechseln reagiert und ob es Grenzfälle gibt. Aber der erste Eindruck ist stark. Vor allem, weil die Steuerung lokal funktioniert.

Für mich ist das ein echter Fortschritt. Ein Speicher, der lokal per Home Assistant auslesbar und steuerbar ist, passt viel besser in ein langfristig stabiles Smart-Home-Konzept als ein Gerät, das vollständig von einer App und einer Cloud abhängig ist.

Offline-Test: Was passiert ohne Internet?

Der harte Realitätscheck war der Offline-Test. Ich finde diesen Test bei moderner Smart-Home- und Energietechnik extrem wichtig. Denn viele Geräte wirken im Alltag gut, solange Internet, App und Cloud funktionieren. Aber was passiert, wenn die Verbindung blockiert wird? Funktioniert der Speicher dann noch? Lassen sich Werte weiter auslesen? Kann Home Assistant noch steuern?

Im Test wurde der Internetzugang des Speichers im Netzwerk blockiert. Anschließend wurde geprüft, ob Home Assistant weiterhin Daten bekommt und Befehle senden kann. Das Ergebnis war sehr positiv: Die lokale Modbus-TCP-Kommunikation funktionierte weiterhin. Lade- und Entladebefehle wurden angenommen, der Eigenverbrauchsmodus konnte lokal beobachtet werden, und die Werte kamen weiter an.

Die App ist ohne Internet naturgemäß eingeschränkt. Das ist keine große Überraschung. Spannend ist aber, dass wichtige Einstellungen offenbar auch lokal per Bluetooth möglich sind, wenn man direkt am Gerät ist. Das ist für mich ein fairer Kompromiss. Natürlich wäre eine vollständig lokale App ohne Cloud noch besser. Aber wenn die eigentliche technische Steuerung und Datenerfassung lokal über Home Assistant laufen, ist das für mich ein sehr großer Schritt in die richtige Richtung.

Hinweis: Offline-Fähigkeit bedeutet nicht automatisch, dass jede einzelne App-Funktion ohne Internet verfügbar ist. Entscheidend ist, welche Funktionen du wirklich brauchst. Für mich sind lokale Daten, lokale Steuerung und grundlegende Bedienbarkeit wichtiger als eine schöne Cloud-App.

Praxisbetrieb bei Sebo: Speicher in den Keller, Kabel dran, Integration rein

Nach den Studiotests ging es zurück zu Sebo. Der Elektriker hatte inzwischen die passende Einspeisesteckdose installiert. Der Speicher wurde in den Keller gebracht, was bei über 70 kg durchaus eine kleine sportliche Aufgabe ist. Danach wurde das offizielle Kabel angeschlossen, der Speicher gestartet und mit dem WLAN verbunden.

Die Home-Assistant-Integration wurde auch bei Sebo eingerichtet. HACS war bereits vorhanden, also konnte die offizielle Anker-SOLIX-Integration installiert werden. Danach wurde die IP-Adresse aus der App übernommen und die Verbindung hergestellt. Die Live-Werte zeigten, was vom Solarstrom kommt, was im Haus verbraucht wird und wie der Akku reagiert.

Besonders schön ist, dass man durch diese lokale Einbindung nicht nur auf die Hersteller-App angewiesen ist. Sebo ist Informatiker und betreibt selbst ein technisches Setup mit Proxmox und Home Assistant. Genau für solche Nutzer ist lokale Integration kein nettes Extra, sondern ein echtes Kaufargument. Wer seine Daten langfristig selbst speichern und auswerten möchte, braucht offene oder zumindest lokal nutzbare Schnittstellen.

Vorteile der Anker SOLIX Solarbank Max AC

Der größte Vorteil ist für mich die einfache Nachrüstbarkeit bei bestehenden PV-Anlagen. Wenn ein alter Wechselrichter keinen Speicheranschluss bietet, muss man nicht automatisch die komplette Anlage umbauen. Ein AC-Speicher kann hier eine praktische Alternative sein.

Der zweite große Vorteil ist die Leistung. 3,5 kW Lade- und Entladeleistung sind im Alltag deutlich relevanter, als viele zunächst denken. Ein Speicher muss nicht nur Energie über die Nacht bringen, sondern auch kurzfristig ausreichend Leistung bereitstellen können. Gerade wenn abends mehrere Verbraucher gleichzeitig laufen, macht das einen Unterschied.

Der dritte Vorteil ist die lokale Schnittstelle. Modbus TCP ist für mich in diesem Test eines der stärksten Argumente. Daten lokal in Home Assistant auslesen, Energieflüsse im Dashboard anzeigen und den Speicher sogar lokal steuern zu können, ist genau das, was ich mir von moderner PV- und Smart-Home-Technik wünsche.

Auch die Backup-Steckdose ist ein praktisches Extra. Sie ersetzt kein komplett geplantes Ersatzstromsystem, bietet aber im Notfall eine nützliche Möglichkeit, einzelne Verbraucher weiter zu betreiben.

Dazu kommt die Skalierbarkeit. 7 kWh sind für viele Haushalte eine sinnvolle Größe, aber wer mehr braucht, kann das System offenbar deutlich erweitern. Das macht die Lösung flexibler.

Nachteile und ehrliche Einschränkungen

Trotz des positiven Eindrucks gibt es auch Punkte, die man klar benennen muss. Der wichtigste technische Nachteil eines AC-Speichers sind die Wandlungsverluste. Der Strom wird von AC nach DC und später wieder von DC nach AC gewandelt. Das ist weniger direkt als ein optimal eingebundener DC-Speicher. Wer eine neue PV-Anlage plant, sollte deshalb immer prüfen, ob ein Hybridwechselrichter mit Speicher nicht die bessere Lösung ist.

Der zweite Punkt ist die Installation. Auch wenn der Speicher nachrüstbar ist, heißt das nicht, dass man ihn einfach irgendwo einsteckt und fertig. Für die volle Leistung braucht es eine geeignete Wieland-Steckdose, eine passende Leitung und einen Elektriker. Das verursacht zusätzliche Kosten und muss sauber geplant werden.

Der dritte Punkt ist die App beziehungsweise das Benutzerkonto. Die lokale Integration ist stark, aber die Erstinbetriebnahme läuft trotzdem über die App. Wer grundsätzlich gar keine Hersteller-App und kein Konto nutzen möchte, wird damit nicht vollständig glücklich.

Und zuletzt: Der Test ist ein sehr guter Praxiseindruck, aber noch kein Langzeittest über ein ganzes Jahr. Gerade bei Speichern sind Langzeitdaten wichtig. Wie verhält sich das System im Sommer, im Winter, bei wechselhaftem Wetter, bei vielen Ladezyklen, bei Firmware-Updates und im Zusammenspiel mit komplexeren Automationen? Genau das muss man über Zeit beobachten.

Typische Fehler beim Nachrüsten eines AC-Speichers

Ein häufiger Fehler ist, die elektrische Seite zu unterschätzen. Nur weil ein Speicher äußerlich wie ein Haushaltsgerät wirkt, ist er kein beliebiger Verbraucher. Bei mehreren Kilowatt Lade- und Entladeleistung geht es um Dauerlasten, Leitungsquerschnitte, Absicherung und sichere Einspeisung. Hier gehört ein Elektriker dazu.

Ein zweiter Fehler ist die falsche Messung des Hausverbrauchs. Der Speicher kann nur sinnvoll regeln, wenn er weiß, was am Netzanschlusspunkt passiert. Wird der Smart Meter falsch platziert oder falsch eingebunden, lädt und entlädt der Speicher möglicherweise nicht so, wie man es erwartet.

Ein dritter Fehler ist eine falsche Erwartung an die Notstromfunktion. Eine Backup-Steckdose ist praktisch, aber nicht dasselbe wie eine vollwertige Hausnotstromversorgung. Wer im Stromausfall ganze Stromkreise versorgen möchte, muss das separat planen.

Ein vierter Fehler ist die falsche Speichergröße. Zu klein bedeutet, dass der Akku abends schnell leer ist. Zu groß bedeutet, dass viel Kapital ungenutzt im Keller steht. Die passende Größe hängt von PV-Leistung, Tagesverbrauch, Nachtverbrauch, Einspeisevergütung, Strompreis und Verbrauchsprofil ab.

Und ein letzter Punkt: Viele testen nicht, was ohne Internet passiert. Gerade bei Energieinfrastruktur im eigenen Haus würde ich immer prüfen, welche Funktionen lokal erhalten bleiben. In diesem Test war genau das einer der stärksten Punkte der Anker SOLIX Solarbank Max AC.

Mein Fazit: Für wen lohnt sich die Anker SOLIX Solarbank Max AC?

Nach diesem Praxistest ist mein Eindruck klar: Die Anker SOLIX Solarbank Max AC ist besonders spannend für alle, die bereits eine PV-Anlage besitzen, aber keinen speicherfähigen Wechselrichter haben. Genau in solchen Bestandsanlagen kann ein AC-Speicher eine elegante Lösung sein, weil er nicht tief in die bestehende PV-Installation eingreifen muss.

Mich hat vor allem überrascht, wie gut die lokale Integration funktioniert hat. Modbus TCP, Home Assistant, Energy Dashboard, lokale Steuerung und Offline-Fähigkeit sind genau die Punkte, auf die ich bei solchen Produkten achte. Dass Anker hier offenbar auf das Feedback der Community gehört hat, ist ein starkes Signal.

Natürlich bleibt ein AC-Speicher immer ein Kompromiss. Er ist einfacher nachzurüsten, hat dafür aber Wandlungsverluste. Er kann hohe Leistung liefern, braucht dafür aber eine saubere elektrische Installation. Er bietet lokale Steuerung, benötigt für die Einrichtung aber trotzdem eine App. Genau deshalb würde ich ihn nicht pauschal jedem empfehlen. Aber für die richtige Zielgruppe ist das Konzept sehr attraktiv.

Wenn du eine bestehende PV-Anlage hast, tagsüber viel einspeist, abends Strom zukaufst und dein Wechselrichter keinen Speicher unterstützt, solltest du dir AC-Speicher definitiv anschauen. Besonders dann, wenn du Home Assistant nutzt oder deine Energiedaten langfristig lokal auswerten möchtest.

Für mich ist die Anker SOLIX Solarbank Max AC einer der spannendsten Speicheransätze für die Nachrüstung, weil hier hohe Leistung, ordentliche Kapazität und lokale Smart-Home-Integration zusammenkommen. Der nächste wichtige Schritt ist jetzt der Langzeittest. Erst über Wochen und Monate sieht man, wie gut sich das System im echten Alltag schlägt, wie viel Netzbezug wirklich eingespart wird und wie sauber die Regelung bei wechselnden Bedingungen funktioniert.

Wenn du selbst schon eine PV-Anlage betreibst, lohnt sich jetzt ein genauer Blick auf deinen Tagesverlauf: Wie viel speist du mittags ein? Wie viel kaufst du abends zurück? Wie hoch ist dein Nachtverbrauch? Genau aus diesen Zahlen ergibt sich, ob ein Speicher für dich Sinn ergibt. Und wenn du ohnehin schon mit Home Assistant arbeitest, wird es besonders spannend. Denn dann wird der Speicher nicht nur ein Gerät im Keller, sondern ein aktiver Teil deines lokalen Energiemanagements.

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Außerdem findest du hier den Home Assistant PV-Überschussmanager, den ich gerade entwickle:

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Alex Kly (Alkly)

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