Die beste Preis-Leistungs-Wallbox für lokales Laden: go-e mit Home Assistant & EVCC

Wenn du eine Wallbox kaufst, ohne auf echte lokale Steuerbarkeit zu achten, merkst du oft zu spät: Ohne Cloud-App geht nichts. Genau das wollte ich vermeiden. In diesem Guide zeige ich dir, wie ich meine go-e Gemini Wallbox komplett lokal über Home Assistant steuere – optional mit EVCC für smarte Ladelogik. Wir schauen uns die Phasenumschaltung, das Energy-Dashboard, Kostenberechnung und eine erste kleine Überschuss-Automation an.

Ich arbeite seit Jahren 100% lokal, ohne Abo-Fallen, ohne Herstellerzwang. Mein Ziel: Du behältst die Kontrolle – heute, morgen und wenn das Internet mal spinnt.

Was du in diesem Guide lernst

  • Welche Kriterien eine lokal steuerbare Wallbox erfüllen sollte
  • Warum ich mich für go-e entschieden habe (HTTP-API, MQTT, Modbus, OCPP, Phasenumschaltung)
  • Wie du Go-e in Home Assistant einbindest (MQTT + Auto-Discovery)
  • Wie du EVCC ergänzt und wann das sinnvoll ist
  • Wie du das Energy-Dashboard inkl. Euro-Kosten sauber aufsetzt
  • Eine erste Überschuss-Automation – und wie du sie später „profi-tauglich“ machst
  • Alternative Wallboxen empfohlen von Youtube-Kollegen und der Community

Warum lokal? Cloud-Unabhängigkeit, Stabilität & Datenhoheit

Ich will meine Geräte immer steuern können – auch wenn WLAN/Internet oder ein Cloud-Service ausfällt. Hersteller-Ökosysteme sind oft bequem, aber sie fesseln dich an Apps, Accounts und Updatezyklen. Mit Home Assistant als lokaler Zentrale bleibe ich herstellerunabhängig, habe volle Transparenz über Daten und reduziere Angriffsflächen. Kurz: Lokal ist nachhaltiger – technisch und finanziell.

Erst kürzlich hatte AWS einen flächendeckenden Ausfall das hat viele Millionen smarte Geräte lahmgelegt- durch lokale Steuerung vermeide ich so etwas bei mir.


Wallbox-Auswahl im Praxistest – meine Empfehlung & Community-Feedback

Meine Wahl: go-e Charger (Preis/Leistung & Schnittstellen)

Für mich ist go-e aktuell das beste Gesamtpaket: lokale HTTP-API, MQTT, Modbus, OCPP ( Open Charge Point Protocol) und – sehr wichtig – Phasenumschaltung. Letztere erlaubt mir, bei wenig PV-Leistung einphasig mit 6 A (≈ 1,3–1,4 kW) zu laden und bei viel Überschuss auf drei Phasen hochzuschalten. Genau das brauchst du, wenn du mit Balkonkraftwerk oder kleiner PV erst mal „behutsam“ laden willst.

Auch mein Youtube Kollege @Zerobrain hat die Wallbox zerlegt und geprüft und festgestellt, dass die Wallbox alles in allem solide gebaut ist.

Auch Uwe aus der Community hat die go-e im Einsatz und ist begeistert.

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Community-Stimmen & Wallbox Alternativen

Ich habe meine Youtube-Kollegen ‪@haus_automation‬ und ‪@JanPoertner‬ gefragt sowie auch eine Community-Umfrage gemacht und gefragt welche Wallbox zu empfehlen ist. Kurz zusammengefasst hier die Ergebnisse:

  • Alfen EVE Pro Line: Lokal ohne App, Ansteuerung per Modbus TCP, seit Jahren EVCC-bewährt. Sehr solide, aber preislich höher- viele Features die gar nicht benötigt werden. Es gibt inzwischen auch schlankere Modelle. Empfehlung von ‪@haus_automation‬
  • Easee Charge Lite: Per App/Bluetooth ok, aber nicht lokal via MQTT/HTTP steuerbar → für HA/EVCC nur eingeschränkt sinnvoll. Einfach installierbar, per RFID Chip entriegelbar. Empfehlung von ‪@JanPoertner und eine Community Nutzer Empfehlung- Aber eben nicht lokal über MQTT lokal steuerbar
  • Wallbe Eco 2.0 / EM2GO / Hager witty solar: Drei Wallboxen von Community Usern: Gemischte Erfahrungen – funktionieren teils gut, Einrichtung/Updates können hakeln. Keine der drei ist uneingeschränkt zu empfehlen. Prüfe Home-Assistant-Einbindung vor dem Kauf!

Danke an Alle die Ihre Erfahrung geteilt haben. Wenn du noch positive oder negative Erfahrungen mit deiner Wallbox gemacht hast lass gerne einen Kommentar da.


Erster Schritt: go-e ins WLAN bringen und lokal vorbereiten

App-Einrichtung & WLAN

  • go-e per QR/Hotspot einrichten, WLAN hinterlegen.
  • iOS-Tipp: In den iPhone-Einstellungen → App → „Lokales Netzwerk“ zulassen, sonst blockt iOS die Erkennung.

Jetzt kannst du die Wallbox über die App steuern. In unserem Fall gehen wir aber jetzt den nächsten Schritt um die Wallbox per Home Assistant lokal zu steuern. Wir können die Verbindung der Wallbox zu Home Assistant machen über HPPT, MQTT, OCCP oder ModBus.

Hier erkläre ich die Anbindung per MQTT und alternativ weiter unten die HPPT API Anbindung mit EVCC.


Home Assistant: MQTT-Broker, Auto-Discovery & Go-e-Entities

MQTT vorbereiten

  • Installiere in HA den MQTT-Broker (Add-on) oder nutze deinen bestehenden.

Ich haben einen 60 Minuten MQTT Minikurs erstellt falls du dich mit MQTT noch nicht auskennst.

  • Lege einen eigenen separaten User an, z. B. wallbox
  • Jetzt deine Home Assistant IP in Home Assistant notieren ( die findest du unter „Netzwerk“ – „Netzwerkschnittstellen konfigurieren“ (häufig 192.168.x.x)

Jetzt trägst du in der Go-e-App unter MQTT die Verbindungsdaten ein ( gefolgt von dem Port 1883:

mqtt://wallbox:<DEIN_PASSWORT>@<HA_IP>:1883

Dann noch MQTT Homeassistant einmal aus- und einschalten, damit das Auto Discovery funktioniert

In HA → Einstellungen → Geräte & Dienste → MQTT siehst du schnell, ob die Verbindung aufgebaut wird. Dann ist der go-e Charger dort verfügbar

Und schon hast du bereits viele relevante Entitäten verfügbar : Start/Stop, Ampere-Limit, Phasen (1/3), Energie (Wh/kWh), Temperaturen, Status.

  • Sobald MQTT/HA sauber laufen: In der go-e-App die Cloud deaktivieren.
  • Jetzt kannst du zum Test, ob die Verbindung offline funktioniert, in HA das Laden starten/stoppen, 1-phasig 6 A erzwingen und ein bisschen rumprobieren.

Dann den go-e noch deinem Raum hinzufügen- bei mir in der Garage.

Ich habe zum Spass auch noch einen Shelly neben der Wallbox installiert um die Leistungswerte gegenzuprüfen. Falls du das optional auch machen möchstest hier der Shelly:

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EVCC: Go-e anbinden & sinnvoll einsetzen

EVCC ist ein Open-Source-Tool für smarte Ladelogik (Mehrfach-Wallboxen/-Autos, Überschuss, Prioritäten). Für ein einzelnes Auto reicht oft Home Assistant; EVCC glänzt, wenn du mehrere Ladepunkte oder komplexe Strategien fährst.

Schritte:

In der go-e-App lokale HTTP-API v1/v2 aktivieren.

Über deinen Router die Wallbox IP herausfinden ( bei meiner Fritzbox über Netzwerk- Netzwerkverbindungen In der Geräteübersicht

In EVCC www.evcc.io dann die Wallbox anlegen (Manufacturer/Model Go-e Gemini), IP setzen, Status prüfen. Eventuell vorerst als Test Token den Sponsoring Token verwenden

Betriebsart wählen (z. B. „nur Sonne“, „11 kW“ Limit) und testen.

Testweise habe ich dann versucht nur 1-phasig zu laden

EVCC neu starten, Ladedaten prüfen – in diesem Fall einphasig nur 1,4kW. Hat bei mir im Schnelltest alles geklappt.


HA: Energy-Dashboard: Verbräuche & Kosten sauber abbilden

Ich will sehen: Wie viel hat das Auto heute/Monat/Jahr gezogen? Und: Was hat mich das gekostet?

Energy-Sensor einbinden (Verbrauch)

Unter „Geräte“ deine Go-e-Energie-Entität auswählen (z. B. Total Energy Charged in Wh/kWh). Bennennung z.B. „Garage Wallbox Gesamt Geladen“ oä.

HA → Einstellungen → Dashboards → Energie.

Dann „Ein Gerät hinzufügen“.

Speichern. Nach kurzer Zeit siehst du die Ladekurven im Energy-Dashboard.

Ladekosten berechnen

  1. HA → Einstellungen → Geräte & Dienste → HelferZähler. Verbrauchszähler erstellen
  2. Name vergeben z.B. „Wallbox monatlicher Verbrauch“ → Eingangssensor: bei mir „Garage Wallbox Gesamt Geladen“ → Zyklus: Monatlich ( oder anderer Zeitraum) – Sensor immer verfügbar aktivieren – fertig.

Euro-Kosten Gesamt mit Template-Sensor

  • Neuen Helfer erstellen- template ( Template Helfer) – „Template für einen Sensor erstellen“ – Name z.B.“ Wallbox geladener Strom Gesamtpreis“

  • Aus go-e Charger Übersicht unter „Total Energy charged“ – „Garage Wallbox Gesamt Geladen“ die „Entitäts-ID“ kopieren
  • Dann im Sensor-Template die „Entitäts-ID“ (blaue Schrift) einfügen bei Zustandstemplate.
  • Dann noch den kwh Preis einfügen ( bei mir derzeit noch 0,36€)
  • Als Maßeinheit noch € auswählen.

Bei Gerät noch den go-eCharger auswählen und speichern

Euro-Kosten monatlich mit Template-Sensor

Für den Monatlichen Verbrauch gleiches Vorgehen:

  • Neuen Helfer erstellen- template ( Template Helfer) – „Template für einen Sensor erstellen“ – Name z.B.“ Wallbox monatlicher Verbrauch €“
  • Maßeinheit „€“ auswählen.
  • einfügen der Entitäts-ID von „Wallbox monatlicher Verbrauch“
  • Deinen Kwh Preis eintragen (hier steht noch 0.32 (eigentlich 0.36))
  • Bei Gerät noch den go-eCharger auswählen und speichern

  • Anschließend die neuen Sensoren als Kacheln ins Dashboard – am Besten bei Entitäten (erforderlich) auswählen.

Erste Überschuss-Automation in Home Assistant

Ziel: Nur laden, wenn PV- Überschuss da ist. Minimal-Variante mit zwei Schwellen (Start/Stop).

Voraussetzung: Smarter Stromzähler. Hier erkläre ich dir wie du deinen Stromzähler digital auslesen kannst.

Einstellungen – Automationen & Szenen – Automation erstellen- Neue Automation erstellen.

Bei „Sobald“ Auslöser hinzufügen

  • Entität- numerischer Zustand
  • Bei Entität deinen smarten Stromzähler auswählen
  • Bei Obergrenze z.B. Unter „-550“ und Dauer „5“ eintragen (Das heißt min. 550W muss meine PV einspeisen für 5 Minuten)
  • „Dann“ bei Gerät Go-e Charger auswählen Option“ On“ auswählen. ( Das heißt wenn also genügend PV Strom eingespeißt wird, dann fängt die Wallbox an zu laden

Dann um festzulegen, das Wallbox aufhört zu laden sobald die PV zu wenig einspeist:

  • wieder gleiches Vorgehen: Neue Automation und bei Obergrenze dann z.B. „200“ und Dauer „5“ eintragen.

Weitere Automationsideen

  • Mindestlaufzeit: Beim Start min. 15 min laden, bevor ein Stop erlaubt ist.
  • Solar-Forecast: Nur starten, wenn in der nächsten Stunde genug PV erwartet wird.
  • Phasenwechsel: Ab z. B. > 3 kW Überschuss automatisch auf 3 Phasen wechseln, sonst zurück auf 1 Phase.
  • Dynamische Tarife: Nachts bei günstigen Preisen laden (oder PV-Fenster bevorzugen).


Fazit: Lokal laden, flexibel bleiben: Go-e + Home Assistant ist eine gute Option

Mit go-e + Home Assistant bekommst du eine komplett lokale, flexible Lösung. Das Energy-Dashboard liefert dir Transparenz, und mit dem Ladekosten-Template verstehst du deine Kosten sofort.

Lass doch gerne einen Kommentar da, welche Wallbox du nutzt oder ob du dich auch für die go-e Wallbox entscheiden wirst.

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Alkly Dumme Dinge Smart machen

Alex Kly (Alkly)

Ich glaube an ein Smart Home, das dir gehört – nicht der Cloud. Ich zeige dir, wie du Technik nutzt, um Energie zu sparen, Solar optimal einzubinden und dein Zuhause nachhaltig zu steuern.
Ein Zuhause, das mitdenkt, dich entlastet – und dich jeden Tag ein Stück freier macht.

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