Hast du dich schon mal gefragt, welches Balkonkraftwerk am schnellsten auf 0 Watt Netzbezug regelt, wenn sich dein Verbrauch im Haus ändert?
Genau das habe ich mich auch gefragt – und deshalb habe ich drei Systeme gegeneinander antreten lassen, die ich in den letzten Monaten und Jahren im Einsatz hatte.
In diesem Artikel nehme ich dich mit in meinen großen Nulleinspeisungs-Test und zeige dir:
- warum die Nulleinspeisung überhaupt so wichtig ist,
- wie mein Testaufbau mit Home Assistant, Smart Meter, MQTT & Grafana aussieht,
- wie sich die drei Systeme Anker Solix + OpenDTU, Anker Solix 2 Pro + Shelly und Lumintree + Trucky + 48V-Akku geschlagen haben,
- und welche Einstellungen du bei dir zu Hause nutzen kannst, um deine Nulleinspeisung zu optimieren.
Warum Nulleinspeisung bei Balkonkraftwerken so wichtig ist
Stell dir Nulleinspeisung wie einen Tempomat im Auto vor:
- Du willst mit 50 km/h den Berg hochfahren.
- Wird es steiler, gibt der Motor automatisch mehr Gas.
- Wird es flacher, nimmt er Gas weg.
Genau so verhält sich die Nulleinspeisung in deinem Stromsystem:
Dein Balkonkraftwerk bzw. Akku soll immer genau so viel Leistung einspeisen, wie dein Haus gerade verbraucht – damit dein Netzbezug bei 0 Watt liegt.
Warum ist das so wichtig?
- Du hast deinen Strom tagsüber mühsam im Akku gespeichert.
- Wenn du ihn nachts oder abends einfach unkontrolliert einspeist, verschenkst du Geld ans Netz.
- Vor allem bei Speichersystemen verlängert eine schlechte Nulleinspeisung die Amortisationszeit um Jahre.
Hier gehts zum Youtube Video, falls du den Live Test sehen möchtest

Kurz gesagt:
Je schneller und sauberer dein System regelt, desto mehr holt dein Akku aus jeder gespeicherten Kilowattstunde raus.
Hier siehst du im Bild den Verlauf von Strombezug und Einspeisung visualisert.
Ziel ist es immer auf Strombezug 0 Watt zu kommen.
Unten rosa Kurve: Mein Strombezug (Werte vom Stromzähler)
Oben grüne Kurve: Einspeisung (exemplarisch mit Lumentree/Trucki)
Der Lumentree oben speist an der Stelle wo der Mauszeiger sich befindet mehr Strom ein, damit der Strombezug (unten) wieder wieder auf 0 Watt sinkt, was er im Verlauf dann auch macht.

Mein Testaufbau – fair, lokal und praxisnah
Damit das Ganze nicht nur Theorie bleibt, habe ich einen realistischen Testaufbau gebaut, der deinem Setup sehr ähnlich sein könnte.
Geräte und Komponenten im Vergleich
Folgende drei Systeme sind gegeneinander angetreten:
- Anker Solix 1 + Hoymiles HMS + OpenDTU
- Hoymiles HMS-Wechselrichter
- Steuerung komplett lokal über OpenDTU
- Home Assistant berechnet den Nulleinspeisewert
- Kommunikation per Funk (proprietäres Hoymiles-Protokoll)
Hinweis: Bei den oben angezeigten Links handelt es sich um Affiliate-Links. Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen. Es entstehen für Dich keine zusätzlichen Kosten.
Hinweis: Bei den oben angezeigten Links handelt es sich um Affiliate-Links. Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen. Es entstehen für Dich keine zusätzlichen Kosten.
- Anker Solix 2 Pro + Shelly / Smart Meter
- Fertig-System mit integriertem Wechselrichter
- Messung über Shelly (als Smart Meter)
- Steuerung über Anker-Integration in Home Assistant
- Sowohl Cloud-Ansatz als auch lokale Variante möglich
ANKER SOLIX 2Pro (Affiliate Werbung es entstehen für dich keine Mehrkosten aber du unterstützt den Kanal) Mit “ANKER5OFF” gibts gerade 5% für ein gesamtes Set!
- Lumintree 800 + 48V-Akkusystem + Trucky Stick
- DIY-System mit 48 Volt Akku
- Lumintree-Wechselrichter
- Ansteuerung über Trucky Stick und MQTT
- 100% lokal, komplett ohne Cloud
24V 100AH Akku 24V 100AH Akku (Inkl 6% Rabatt Code!) Rabattcode: ALKLY gibt 6% (Affiliate Werbung es entstehen für dich keine Mehrkosten aber du unterstützt den Kanal)
Hinweis: Bei den oben angezeigten Links handelt es sich um Affiliate-Links. Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen. Es entstehen für Dich keine zusätzlichen Kosten.
Hinweis: Bei den oben angezeigten Links handelt es sich um Affiliate-Links. Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen. Es entstehen für Dich keine zusätzlichen Kosten.
Hinweis: Bei den oben angezeigten Links handelt es sich um Affiliate-Links. Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen. Es entstehen für Dich keine zusätzlichen Kosten.
Messmethoden: Wie ich die Regelgeschwindigkeit messe
Um herauszufinden, wer am schnellsten regelt, habe ich:
- den Hausverbrauch am Stromzähler über einen optischen Lesekopf ausgelesen,
- parallel einen Shelly als Smart Meter verwendet,
- die Daten in Home Assistant gesammelt,
- und das Ganze mit Grafana visualisiert, um genaue Zeitverläufe zu sehen.
Getestet habe ich mit zwei typischen Lasten:
- einer 100 Watt Glühbirne (simulierter kleiner Verbraucher),
- einem Induktionskochfeld (extrem dynamische Last, Albtraum für jede Regelung).
Die drei Systeme im Detail
Hier siehst du den schematischen Aufbau der 3 Testsysteme:

1. Anker Solix + OpenDTU + Hoymiles HMS
Dieses Setup war mein erstes System – klassischer Hoymiles + OpenDTU-Ansatz.
Funktionsweise im Überblick:
- Der Stromzähler sendet jede Sekunde seine Werte per Infrarot-Protokoll.
- Ein Lesekopf überträgt die Werte via WiFi an Home Assistant.
- Home Assistant berechnet mit einem Nulleinspeise-Blueprint den Soll-Wert für die Einspeiseleistung.
- Diese Ziel-Leistung wird per MQTT an die OpenDTU gesendet.
- OpenDTU schickt den Wert per Funk an den Hoymiles HMS-Wechselrichter.
Das klingt schon nach viel Funk- Hin und Her – und genau da liegt auch der Nachteil.
Beobachtungen im Test:
- Die maximal sinnvolle Update-Rate liegt bei etwa alle 5 Sekunden.
- Gehst du auf 1 Sekunde, kommt das System teilweise nicht mehr hinterher.
- Zwischen neuer Messung, Berechnung, MQTT und Funkdelay kommt schnell spürbar Zeit zusammen.
- Im Test hat das System immer wieder einige Sekunden gebraucht, bis es sauber auf 0 Watt nachgeregelt hat.
- Dazu kamen gelegentlich Meldungen wie „HMS nicht verfügbar“.
Für viele Anwendungen ist das noch okay, aber wenn du es so knackig wie möglich haben willst, merkst du den Unterschied zu den anderen Systemen.
Für die Tests habe ich auch meinen Home Assistant Blueprint verwendet, der ist hier erhältlich, und wurde schon von über 400 Personen verwendet:
2. Anker Solix 2 Pro + Shelly / Smart Meter

Der Anker Solix 2 Pro ist ein typisches Fertigsystem, das viele von euch im Einsatz haben.
Es gibt hier zwei grundsätzliche Steuerungswege:
- Über die Cloud & Home Assistant
- Home Assistant liest den Verbrauch
- schickt alle 60 Sekunden neue Setpoints an Anker
- → Für schnelle Nulleinspeisung viel zu langsam.
- Über Shelly als Smart Meter direkt ins System
- Der Shelly misst den Strom
- Die Anker-Integration in Home Assistant steuert direkt den Output
- Viel schnellere Reaktionen möglich
Ergebnis im Test:
- In vielen Durchläufen hat der Solix 2 Pro innerhalb von 3–5 Sekunden sauber auf 0 Watt geregelt.
- Bei einigen Samples habe ich aber auch Ausreißer mit ~30–60 Sekunden gesehen.
- Die Regelung war meistens schnell, aber nicht immer komplett konsistent – vermutlich abhängig von Update-Frequenz, WLAN und interner Logik.
Trotzdem:
Für ein Fertigsystem mit Smart Meter hat sich der Anker Solix 2 Pro überraschend gut geschlagen.
3. Lumintree 800 + 48V Akku + Trucky – mein DIY-Favorit

Das dritte System ist mein aktuelles Setup:
Ein 48 Volt DIY-Akkusystem mit einem Lumintree 800 als Wechselrichter und einem Trucky Stick zur Steuerung.
Funktionsweise:
- Auch hier liest der Stromlesekopf den Hausverbrauch am Zähler aus.
- Home Assistant sammelt die Daten und berechnet den Zielwert.
- Die Kommunikation zum Trucky/Lumintree läuft über MQTT.
Im Hintergrund setzt der Trucky Stick dann die Leistungsbegrenzung am Lumentree entsprechend.
Ergebnis im Test:
- Reaktionszeit im Bereich von 3–6 Sekunden je nach Situation.
- Sehr vergleichbar mit Anker Solix 2 Pro.
- Der große Vorteil: 100% lokal, keine Cloud, volle Kontrolle.
- Für mich persönlich extrem spannend, weil ich hier alles selbst steuern, erweitern und debuggen kann.
Gerade für dich, wenn du Bock auf DIY, Home Assistant und volle Transparenz hast, ist so eine Lösung extrem attraktiv.
Grafana-Auswertung: Was die Kurven wirklich verraten
Damit das Ganze nicht nur nach Gefühl läuft, habe ich alle Daten in Grafana visualisiert.
Dabei ist mir besonders aufgefallen:
- Der Stromzähler mit Lesekopf liefert eine höhere zeitliche Auflösung als der Shelly.
- In den Kurven sieht man sehr schön, wann die Lampe ein- oder ausgeschaltet wird.
- Beim Anker Solix 2 Pro und beim Lumentree verlaufen die Regelkurven bei vielen Tests fast deckungsgleich – trotz komplett unterschiedlicher Hardware.
- Beim OpenDTU/Hoymiles-System sieht man deutlich das zusätzliche Delay durch Funksignal + interne Logik.

Nachts habe ich dann noch alle 3 Systeme je zwei Stunden nacheinander getestet und die Einspeisung visualisiert. Alle 3 Systeme sind der Nulleinspeisung sehr nahe gekommen und es gab nur wenig Einspeisung.

Wenn du wirklich verstehen willst, was dein System macht, lohnt es sich, dir Grafana mit Home Assistant einmal einzurichten. Damit kannst du solche Tests ganz einfach selbst machen.
Zu Grafana habe ich ein ausführliches Video gemacht: zum Video
Mein Fazit – wer regelt am schnellsten?
Wenn ich alle Messungen und Beobachtungen zusammennehme, ergibt sich folgendes Bild:
- Anker Solix 2 Pro + Shelly
- Sehr schnelle Regelung in vielen Fällen (3–5 Sekunden)
- Gelegentliche Ausreißer mit deutlich längeren Zeiten
- Dafür sehr komfortabel, „Plug & Play“ und fertiges System
- Lumintree + 48V-Akku + Trucky
- Ebenfalls im Bereich 3–6 Sekunden
- 100% lokal, volle Kontrolle, extrem flexibel
- Ideal, wenn du gerne bastelst und dein System verstehen willst
- Anker Solix + Hoymiles + OpenDTU
- Funktioniert, ist aber durch Funk und Update-Rate limitiert
- Reaktionszeiten eher im Bereich um die 5 Sekunden oder darüber
- Für viele Setups okay, aber nicht mehr mein Favorit für maximale Dynamik
Für den Alltag ist es am Ende oft egal, ob dein System 3, 5 oder 7 Sekunden braucht, um nachzuregeln.
Mir persönlich ging es in diesem Test aber darum, wirklich zu verstehen, wie nah DIY und Fertiglösung beieinander liegen – und das war für mich die größte Überraschung:
DIY-Setup und Kauflösung sind praktisch auf Augenhöhe.
Tipps, wie du deine eigene Nulleinspeisung optimieren kannst
Wenn du jetzt Bock bekommen hast, dein eigenes System zu tunen, hier ein paar konkrete Empfehlungen, mit denen du starten kannst:
1. Fang langsam an
Starte mit einer eher konservativen Regelung, zum Beispiel:
- Update-Intervall: alle 10–15 Sekunden
- Maximale Schrittweite: 100 Watt
Wenn dein System damit stabil läuft, kannst du dich schrittweise in Richtung 5 Sekunden und größeren Schritten vorarbeiten.
2. Kenne deine Verbraucher
Extrem schwankende Verbraucher (wie ein Induktionskochfeld) sind quasi der Endgegner für jede Nulleinspeisung.
Du musst nicht jeden Peak perfekt ausregeln – wichtig ist, dass dein System im Normalbetrieb stabil läuft.
3. Prüfe deine Messquelle
- Ist dein Smart Meter schnell genug?
- Wie oft schickt er neue Werte?
- Hast du vielleicht sogar einen Stromlesekopf am Zähler, der feiner auflöst?
Gerade hier liegen oft versteckte Flaschenhälse.
4. Teste nachts oder in ruhigen Phasen
So wie ich:
Mach Tests am besten, wenn im Haus wenig zufällige Verbraucher dazu kommen.
Dann kannst du viel besser beurteilen, was dein Regler wirklich macht.
Wie es jetzt für dich weitergehen kann
Wenn du bis hierhin gelesen hast, dann bist du ziemlich sicher jemand, der sein Balkonkraftwerk nicht einfach nur einstecken, sondern richtig optimieren will.
Genau dafür baue ich Schritt für Schritt Inhalte rund um:
- Nulleinspeisung mit Home Assistant,
- lokale Steuerung ohne Cloud,
- DIY-Akkusysteme und 48V-Setups,
- und smarte Visualisierung mit Grafana.
Wenn du:
- gerade überlegst, welches System du dir anschaffen sollst,
- einen Akku hast, aber noch keine saubere Nulleinspeisung,
- oder dich fragst, ob DIY vs. Fertiglösung für dich besser passt,
dann lade ich dich ein:
- Schau dir meine weiteren Inhalte zur Nulleinspeisung an
- hol dir eine individuelle Roadmap – Mache mit bei meinem kurzen Quiz um herauszufinden welcher Nulleinspeise-Typ du bist und was deine nächsten Schritte sein können : Quiz Nulleinspeisung

Am Ende soll dein System genau das tun, was du willst:
möglichst viel günstigen PV-Strom nutzen, nichts ans Netz verschenken – und trotzdem 100% unter deiner Kontrolle bleiben.
Viel Spaß beim Basteln an deiner eigenen Nulleinspeisung!

Alex Kly (Alkly)
Ich glaube an ein Smart Home, das dir gehört – nicht der Cloud. Ich zeige dir, wie du Technik nutzt, um Energie zu sparen, Solar optimal einzubinden und dein Zuhause nachhaltig zu steuern.
Ein Zuhause, das mitdenkt, dich entlastet – und dich jeden Tag ein Stück freier macht.
