Klimaanlage smart & cloudfrei steuern via Home Assistant

Die Cloud ist down, die Sonne scheint – und die Klimaanlage macht… nichts. Um die Cloud Abhängigkeit zu vermeiden habe ich das gemacht, was jeder Technik-Nerd tun würde: Ich habe mir selbst eine Lösung gebaut – 100 % lokal, 0 % App-Zwang, ohne Cloud, ohne externe Server. Und das Beste? Das Setup läuft komplett über Home Assistant, ESPHome und eine eigens angefertigte Platine, die ich dir in diesem Artikel ausführlich zeige.

Wenn du deine Klimaanlage in deinem Altbau oder Haus smart nachrüsten willst – ohne Fernbedienung, Cloud, Hersteller-Apps – dann ist dieser Beitrag genau für dich. Schritt für Schritt zeige ich dir, wie ich von der Auswahl der Klimaanlage über die Hardware bis zur Integration in Home Assistent alles umsetzt habe.

Achtung: Arbeiten mit Elektrizität und Klimatechnik nur von fachkundigen Personen durchführen lassen.

1. Warum ich meine Klimaanlage lokal steuern wollte

Ich bin ein großer Fan davon, so viele Geräte wie möglich lokal in mein Smart Home zu integrieren – ganz ohne Cloud, App-Login oder Internet-Zwang. Gerade bei einer Klimaanlage möchte ich nicht darauf angewiesen sein, ob die Hersteller-Server gerade online sind oder ob deren App in der aktuellen Version überhaupt noch mit meinem Handy funktioniert.

Ich will:

  • Sofortige Reaktionszeiten
  • Volle Kontrolle – auch bei Internetausfall
  • Energieeffizienz durch PV-Überschusslogik
  • Integration in mein bestehendes Home Assistant System

Die Idee: Eine DIY-Lösung mit ESP8266 oder eigens angefertigter Platine direkt im Inneren der Klimaanlage.

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Weitere Informationen

2. Die passende Klimaanlage für das DIY-Projekt

Zuerst habe ich mich intensiv mit der Auswahl der richtigen Klimaanlage beschäftigt. Wichtig war mir:

  • Preis-Leistung: Nicht zu teuer, aber solide Verarbeitung
  • Split-Anlage: Mit Außeneinheit für effizientes Heizen/Kühlen
  • USB-Schnittstelle: Für direkte Kommunikation
  • Je nach installatör mit oder ohne Quick connect.

Das hier ist meine für mein Büro: https://amzn.to/3VVopZQ *

Für mehr Zimmer DIMSTAL-Anlage*. Klingt erstmal wild, ist aber ein OEM-Modell eines großen chinesischen Klimaanlagenherstellers Midea. Das Modell wurde als Komplettset geliefert und lässt sich sauber installieren. Kupferleitungen gibt es hier*, und den Schläuch hier* falls du für dein Projekt längere benötigst.

⚠️ Hinweis: In Deutschland darfst du die Klima nicht selbst anschließen – das muss ein zertifizierter Klimatechniker übernehmen.


3. Montage & elektrische Vorbereitung

Wandmontage

Mit passenden Gummidämpfern habe ich das Außengerät an unserer Altbauwand montiert. Wichtig: Entkoppelung, damit keine Vibrationen ins Gebäude übertragen werden.

Durchbruch & Leitungen

Mit einem langen SDS-Bohrer habe ich zwei leicht abfallende Hilfsbohrungen (von innen) durch die Wand gebohrt – eins für die Kältemittel-Leitung, eins für die Kondenswasserleitung. Anschließend mit dem Rundbohrer* die Löcher vergrößert.

Dazu kamen:

  • Stromleitung (eigene 16A Sicherung)
  • Kältemittelleitung vorbereiten (Anschluss dann vom Fachmann)
  • Wandhalterungen & Inneneinheit montieren

Pro-Tipp: Prüfe vor dem Bohren mit einem Leitungssucher*, ob sich irgendwo Stromleitungen befinden.


4. Die Hardware zur Steuerung – zwei Optionen

Jetzt wird’s richtig spannend. Ich wollte keine klassische Infrarot-Steuerung per Fernbedienung, sondern eine direkte Kommunikation über den internen Anschluss der Klimaanlage. Dazu habe ich als erste Option ein eigenes Modul gebaut. Alternativ dazu kannst du dir eine eigene PCB-Platine anfertigen lassen, weiter unten mehr dazu.

DIY Komponenten :

  • ESP8266 Mini (D1 Mini oder kompakter)
  • Logic Level Shifter 3,3 V → 5 V (damit die Klimaanlage das Signal versteht)
  • USB ESP Flasher um den ESP8226 initial programmieren zu können.

Du kannst die Komponenten entweder selbst verlöten (erkläre ich noch in einem anderen Blog Beitrag) oder eine

Eigene Platine erstellen

Werbung:

Noch viel besser ist eine passende Platine zu erstellen. Dank der Open Source Community gibt es hier eine fertige Platine, die perfekt passt https://github.com/ezcGman/mideahvac-dongle

Die Platine kannst du via PCB Assembly Service* anfertigen lassen. Vorteil: Kleiner, stabiler, professioneller. Die Gerber-Dateien zum Download stehen Hier zur Verfügung. Wenn du die Files hochlädst bei PCBWay wird dir auch direkt der Preis angezeigt, PCB Assembly Service fertig dir die fertig verlötete Platine mit allen Komponenten inklusive USB Anschluss an. Alles kompakt auf einem Board.

Ich zeige dir hier Schritt für Schritt, wie du das machst und dein Projekt auf das nächste Level bringst. Es ist wirklich einfacher, als du denkst

So sieht das dann aus:


5. Software-Teil: ESPHome + Home Assistant

Die Platine bringt uns nichts ohne passende Software. Hier kommt ESPHome ins Spiel.

Mit einem ESP Programmierer spielen wir den Code auf, indem wir diesen mit Hilfe von Jumper Wires mit der Platine verbinden.

Die Bastellösung ebenfalls über USB verbinden. Dann den Dongle in den Programmiermodus Modus versetzen und verbinden, die YAML-Datei konfigurieren – und per USB flashen.

Wenn du neu bist beim Thema ESP erkläre ich dir im ESP Meisterkurs Schritt für Schritt ESPHome und wie du ein lokales Smart Home aufbaust. Dort findest du auch eine Sektion speziell für die Klimaanlage.

👉 Wenn du nicht nur dieses eine Projekt nachbauen, sondern ESPHome von Grund auf verstehen willst, dann ist mein
ESPHome Meisterkurs – Lokale Hardware-Schmiede spannend für dich.
Dort zeige ich dir Schritt für Schritt, wie du eigene, stabile ESPHome-Geräte baust – von der Board-Auswahl über YAML bis zum fertigen Sensor im Home Assistant.
Hier findest du alle Infos zum Kurs

# Define UART pinout 
uart:
  tx_pin: 1
  rx_pin: 3
  baud_rate: 9600


climate:
  - platform: midea
    name: Midea Climate         # Use a unique name.
    autoconf: true              # Autoconfigure most options.
    beeper: true                # Beep on commands.
    visual:                     # Optional. Example of visual settings override.
      min_temperature: 17 °C    # min: 17
      max_temperature: 30 °C    # max: 30
      temperature_step: 0.5 °C  # min: 0.5
    supported_modes:            # Optional. All capabilities in this section may be detected by autoconf.
      - FAN_ONLY
      - HEAT_COOL
      - COOL
      - HEAT
      - DRY
    custom_fan_modes:           # Optional
      - SILENT
      - TURBO
    supported_presets:          # Optional. All capabilities in this section may be detected by autoconf.
      - ECO
      - BOOST
      - SLEEP
    custom_presets:             # Optional. All capabilities in this section may be detected by autoconf.
      - FREEZE_PROTECTION
    supported_swing_modes:      # Optional
      - HORIZONTAL
 

Anschließend den Dongle in die Klimaanlage einstecken

und schon taucht in Home Assistant ein neues Gerät auf, dieses dann hinzufügen– Und schon hast du alle Funktionen zur Verfügung um deine Klimaanlage mit Home Assistant zu steuern.

  • Zieltemperatur
  • Betriebsmodus (Kühlen, Heizen, Auto)
  • Oszillation
  • Boost- & Eco-Modus
  • Sleep-Modus

Und das vollständig lokal, ohne IR, ohne Cloud! Du kannst die Fernbedienung aber trotzdem weiterhin verwenden.

Du hast dieses Projekt erfolgreich umgesetzt? Mega – dann bist du schon weiter als 90 % der Leute, die sich „Smart Home“ auf die Fahne schreiben 😉

Wenn du jetzt merkst:

„Ich will das nicht nur nachbauen, ich will’s wirklich checken und eigene Hardware entwickeln“
dann lade ich dich in meinen
ESPHome Meisterkurs – Meisterwerkstatt für lokale Hardware ein.
Dort bekommst du:
eine klare Roadmap von den Grundlagen bis zu eigenen Projekten
fertige YAML-Vorlagen, die wir im Kurs Stück für Stück auseinandernehmen
Praxisbeispiele aus der Community: Präsenzmelder, Garten, Lüftung, PV & Co.
👉 Hier geht’s zum ESPHome Meisterkurs »


Du hast dieses Projekt erfolgreich umgesetzt? Mega – dann bist du schon weiter als 90 % der Leute, die sich „Smart Home“ auf die Fahne schreiben 😉

Wenn du jetzt merkst:
Ich will das nicht nur nachbauen, ich will’s wirklich checken und eigene Projekte umsetzten
dann lade ich dich in meinen
ESPHome Meisterkurs – Meisterwerkstatt für lokale Hardware ein.

Dort bekommst du:

  • eine klare Roadmap von den Grundlagen bis zu eigenen Projekten
  • fertige YAML-Vorlagen, die wir im Kurs Stück für Stück auseinandernehmen
  • Praxisbeispiele aus der Community: Präsenzmelder, Garten, Lüftung, PV & Co.

👉 Hier geht’s zum ESPHome Meisterkurs »

6. PV-Überschuss clever nutzen

Ich möchte künftig die Klimaanlage nur dann laufen lassen, wenn meine PV-Anlage Überschuss liefert. Denn tagsüber kühlen macht nur Sinn, wenn die Sonne scheint.

Natürlich gibt’s noch viele Optimierungsmöglichkeiten: Zeitbedingungen, Forecast, Hysterese, Mindestlaufzeiten – dazu gibt es bald einen weiteren Blog Post. Trage dich hier in die Warteliste zum Thema smarte Überschusssteuerung ein und verpasse nicht wenn es losgeht.


7. Stromverbrauch messen mit Shelly & Co.

Um die Automation noch effizienter zu machen, messe ich den Verbrauch der Anlage. Dazu eignet sich z. B. ein Shelly Plug S oder ein Shelly EM, eingebaut in die Unterputzdose. Einbau des Shellys dann wieder vom Fachpersonal machen lassen.

Typische Werte bei mir:

  • 600W Peak beim Start (bei einer Klimaanlage)
  • 250–600 W im geregelten Betrieb

Das alles hilft dir, die PV-Ausbeute perfekt zu nutzen – und im Winter sogar zum effizienten Heizen! Im Moment fehlen mir noch Erfahrungswerte ich werde aber davon berichten wenn diese vorliegen.


8. Fazit: DIY statt App-Zwang – smarter geht’s nicht

Ich habe jetzt zwei Anlagen komplett lokal eingebunden. Keine Cloud, keine Fernbedienung, keine App. Nur ESPHome, Home Assistant und ein bisschen Technikliebe.

Der Lerneffekt war enorm – und die Kontrolle über meine Energieflüsse sowieso. Jetzt freue ich mich darauf, im Sommer clever zu kühlen und im Winter sogar etwas zu heizen – alles automatisiert, alles lokal.


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Alkly Dumme Dinge Smart machen

Alex Kly (Alkly)

Ich glaube an ein Smart Home, das dir gehört – nicht der Cloud. Ich zeige dir, wie du Technik nutzt, um Energie zu sparen, Solar optimal einzubinden und dein Zuhause nachhaltig zu steuern.
Ein Zuhause, das mitdenkt, dich entlastet – und dich jeden Tag ein Stück freier macht.

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