Dynamischer Stromtarif: So habe ich meinen Strompreis auf 26,9 Cent gesenkt
26,9 Cent pro Kilowattstunde – auf diesen durchschnittlichen Strompreis bin ich nach meinem ersten vollständigen Monat mit Tibber gekommen. Zuvor lag mein Strompreis bei ungefähr 37 Cent pro Kilowattstunde.
Das Spannende daran: Wir haben unseren Alltag nicht komplett umgestellt. Niemand musste morgens auf den Kaffee verzichten, die Spülmaschine blieb nicht tagelang voll und auch unser Elektroauto wurde weiterhin ganz normal genutzt. Gleichzeitig haben wir keine riesige Photovoltaikanlage auf dem Dach, die unseren gesamten Strombedarf problemlos abdeckt.
Der entscheidende Unterschied war nicht allein der dynamische Stromtarif. Erst durch die Kombination aus Verbrauchsmessung, Home Assistant, Batteriespeichern, intelligenter Wallbox-Steuerung und gezielter Lastverschiebung wurde aus dem Tarif ein echtes Energiemanagementsystem.
In diesem Artikel zeige ich dir die fünf Stufen, mit denen ich meinen Strompreis Schritt für Schritt gesenkt habe. Außerdem erkläre ich dir, wie ich den Tibber Pulse lokal in Home Assistant eingebunden habe, warum ein Batteriespeicher oft wichtiger als eine besonders große PV-Anlage ist und für wen sich ein dynamischer Stromtarif wirklich lohnt.
Mein Ergebnis nach einem Monat mit Tibber
Werbung: Nach dem ersten Monat lag mein durchschnittlicher Strompreis bei 26,9 Cent pro Kilowattstunde. Das ist ein deutlicher Unterschied zu den ungefähr 37 Cent, die ich vorher bezahlt habe.
Besonders interessant ist dabei die Verteilung meines Stromverbrauchs. Von insgesamt rund 980 Kilowattstunden entfielen fast 300 Kilowattstunden auf die Wallbox. Das Elektroauto war damit einer der größten einzelnen Verbraucher im gesamten Haushalt.
Genau solche großen und gleichzeitig zeitlich verschiebbaren Verbraucher sind der wichtigste Hebel bei einem dynamischen Stromtarif. Ob das Auto um 18 Uhr für 35 Cent oder einige Stunden später für 18 oder 20 Cent geladen wird, macht bei mehreren hundert Kilowattstunden im Jahr einen deutlichen Unterschied.
Ich hatte während meines Tests sogar einen kurzen Zeitraum, in dem das Laden meines Elektroautos rechnerisch einen negativen Strompreis hatte. Möglich wurde das durch sogenannte Grid Rewards. Dabei wurde der Ladevorgang netzdienlich gesteuert und zeitweise pausiert. Die dafür erhaltene Vergütung war in diesem Fall höher als die Kosten für den geladenen Strom.

Das ist natürlich nicht der Normalfall. Es zeigt aber, was technisch möglich wird, wenn Stromtarif, Wallbox und Energiemanagement miteinander kommunizieren.
Du möchtest selbst herausfinden, wie weit du deinen Strompreis mit einem dynamischen Tarif, intelligentem Laden und passenden Automatisierungen senken kannst? Dann kannst du Tibber direkt über meinen Einladungslink entdecken:
https://tibber.com/de/invite/alkly * – Alternativ kannst du bei der Anmeldung den Invite-Code ALKLY verwenden.
Wie funktioniert ein dynamischer Stromtarif?
Bei einem klassischen Stromtarif bezahlst du über einen längeren Zeitraum einen weitgehend festen Preis pro Kilowattstunde. Dabei spielt es für dich normalerweise keine Rolle, ob an der Strombörse gerade sehr viel oder sehr wenig Energie verfügbar ist.
Ein dynamischer Stromtarif funktioniert anders. Der variable Anteil des Strompreises orientiert sich am Börsenpreis. Je nach Tarif wird der Preis stündlich oder sogar viertelstündlich angepasst.
Wenn besonders viel Wind- oder Solarstrom produziert wird und die Nachfrage gleichzeitig niedrig ist, kann der Börsenpreis stark fallen. In einzelnen Stunden kann er sogar negativ werden.
Bei wenig erneuerbarer Energie und gleichzeitig hoher Nachfrage kann der Preis dagegen deutlich steigen.
Der Vorteil ist offensichtlich: Du kannst größere Stromverbräuche gezielt in günstige Stunden verschieben. Das funktioniert besonders gut bei Geräten, bei denen es nicht darauf ankommt, ob sie sofort oder einige Stunden später laufen.
Dazu gehören beispielsweise:
- Elektroautos
- Batteriespeicher
- Wärmepumpen
- Warmwasserspeicher
- Waschmaschinen
- Trockner
- Spülmaschinen
- (Klimaanlagen)
Allerdings bedeutet ein Börsenpreis von null Cent nicht, dass dein Strom kostenlos ist.
Warum der Börsenpreis nicht dein tatsächlicher Strompreis ist
Der Strompreis, den du als Endkunde bezahlst, besteht aus mehreren Bestandteilen. Nur ein Teil davon verändert sich mit dem Börsenpreis.
Weitere Preisbestandteile sind unter anderem:
- Netzentgelte
- Stromsteuer
- Konzessionsabgabe
- verschiedene Umlagen
- Messstellengebühren
- Grundgebühr
- Mehrwertsteuer
In meinem Fall liegt dieser feste Sockel ungefähr bei 18 Cent pro Kilowattstunde. Selbst wenn der reine Börsenpreis bei null liegt, kostet mich eine Kilowattstunde also weiterhin ungefähr 18 Cent.
Das ist wichtig, wenn du Angebote mit angeblich kostenlosem oder negativem Strom siehst. Ein negativer Börsenpreis bedeutet nicht automatisch, dass du für jede verbrauchte Kilowattstunde Geld bekommst.
Trotzdem sind sehr niedrige Börsenpreise interessant. Wenn ich mein Elektroauto oder meinen Speicher für ungefähr 18 bis 20 Cent laden kann und dadurch später Strombezug für 35 oder 40 Cent vermeide, entsteht ein echter finanzieller Vorteil.
Ein dynamischer Tarif spart nicht automatisch Geld
Ein dynamischer Stromtarif ist ein bisschen wie eine Mitgliedschaft im Fitnessstudio. Nur weil du angemeldet bist, wirst du nicht automatisch fitter.
Die eigentliche Arbeit beginnt erst danach.
Wenn du deinen Stromverbrauch genauso fortsetzt wie vorher und deine größten Verbraucher zufällig immer während der teuersten Stunden laufen, kann ein dynamischer Tarif sogar schlechter abschneiden als ein günstiger Festpreistarif.
Das Sparpotenzial entsteht erst durch drei Dinge:
- Du musst deinen Verbrauch kennen.
- Du musst verschiebbare Verbraucher identifizieren.
- Du musst diese Verbraucher möglichst automatisch steuern.
Genau daraus ergeben sich meine fünf Optimierungsstufen.
Stufe 1: Den Strompreis verstehen
Bevor du etwas automatisierst, solltest du verstehen, wie sich dein Strompreis zusammensetzt und wann günstige beziehungsweise teure Zeitfenster auftreten.
Tibber zeigt dir in der App den Strompreis für den aktuellen Tag und für den Folgetag. Dadurch kannst du bereits im Voraus erkennen, wann sich größere Verbraucher besonders günstig betreiben lassen.
An sonnigen Tagen fallen die Preise häufig rund um die Mittagszeit. Dann speisen viele Photovoltaikanlagen gleichzeitig Strom ins Netz ein.
Bei viel Wind können auch nachts sehr günstige Zeitfenster entstehen. Umgekehrt steigen die Preise oft am frühen Morgen und am Abend, wenn viele Haushalte gleichzeitig Strom benötigen.

Nur auf einzelne besonders günstige Stunden zu schauen, reicht allerdings nicht aus. Entscheidend ist dein Durchschnittspreis über den gesamten Monat oder das gesamte Jahr.
Mein Ziel ist daher nicht, jede Kilowattstunde zum theoretisch niedrigsten Preis zu kaufen. Ich möchte vor allem vermeiden, in teuren Zeitfenstern große Mengen Strom aus dem Netz zu beziehen.
Stufe 2: Den Stromverbrauch sichtbar machen
Du kannst nichts sinnvoll steuern, wenn du nicht weißt, was gerade passiert.
Eine Optimierung ohne Verbrauchsmessung ist wie Abnehmen ohne Waage. Du kannst zwar einzelne Maßnahmen ausprobieren, weißt aber nicht, welche davon tatsächlich etwas bewirken.
Die Grundlage eines dynamischen Stromtarifs ist ein intelligentes Messsystem. Dieses übermittelt deinen Verbrauch in kurzen Zeitintervallen an den Messstellenbetreiber beziehungsweise Stromanbieter.
Für mein lokales Energiemanagement benötige ich allerdings deutlich aktuellere Daten. Wenn eine Batterie oder ein Wechselrichter eine Nulleinspeisung regeln soll, sind Messwerte im 15-Minuten-Raster viel zu langsam.
Deshalb erfasse ich meinen aktuellen Netzbezug zusätzlich lokal.
Smart Meter, Tibber Pulse und einzelne Stromkreise
Für eine möglichst genaue Analyse nutze ich verschiedene Messebenen.
Das intelligente Messsystem ist für die offizielle Abrechnung zuständig. Der Tibber Pulse liest zusätzlich die Infrarotschnittstelle des Stromzählers aus und liefert deutlich aktuellere Messwerte.
Zusätzlich habe ich verschiedene Shelly-Geräte und Strommessungen mit CT-Klemmen verbaut. Dadurch sehe ich nicht nur den gesamten Hausverbrauch, sondern kann einzelne Verbraucher und Stromkreise analysieren.
Shelly 3EM https://link.amazon/B0cwYuTcd *
Dazu gehören in meinem Fall beispielsweise:
- Wallbox
- Server
- Netzwerktechnik
- Klimaanlagen
- Pumpen
- Batteriespeicher
- Haushaltsgeräte
Du musst deinen Verteilerkasten nicht vollständig mit Messgeräten ausstatten. Für den Anfang reicht es meistens aus, den Gesamtverbrauch und die größten Verbraucher zu kennen.

Wichtig ist vor allem die Grundlast. Das ist die Leistung, die dein Haus dauerhaft benötigt, auch wenn gerade niemand aktiv ein Gerät einschaltet.
Bei mir ist diese Grundlast relativ hoch, weil mehrere Server und Netzwerkgeräte dauerhaft laufen. Zusätzlich kommen Pumpen, Klimaanlagen und weitere Smart-Home-Komponenten hinzu.
Wenn du deine Grundlast reduzieren kannst, sparst du rund um die Uhr. Wenn du sie mit einem Batteriespeicher in teuren Zeitfenstern abdecken kannst, reduzierst du zumindest die Kosten.
Tibber Pulse installieren
Der Tibber Pulse wird direkt auf die Infrarotschnittstelle des Stromzählers gesetzt. Er liest dort die vom Zähler bereitgestellten Informationen aus.
Die Verbindung ist normalerweise magnetisch oder wird durch eine passende Halterung fixiert. Wichtig ist, dass der Infrarotsensor korrekt über der Schnittstelle sitzt.
Der Pulse überträgt die Daten an die Tibber Bridge. Diese wird über eine Steckdose mit Strom versorgt und mit deinem WLAN verbunden.

Die Einrichtung erfolgt zunächst über die Tibber-App. Dabei wird die Bridge gekoppelt, mit dem WLAN verbunden und der Pulse eingerichtet.
Die App zeigt auch die Qualität des Signals an. Falls keine Daten empfangen werden, kann es helfen, den Lesekopf leicht zu drehen oder neu zu positionieren.
Wichtig: Arbeiten im oder am Verteilerkasten solltest du nur durchführen, wenn du genau weißt, was du tust. Für zusätzliche Steckdosen oder Veränderungen an der elektrischen Installation ist eine Elektrofachkraft zuständig.
Den Tibber Pulse findest du hier: https://tibber.com/de/store/produkt/pulse-ir (nutze ALKLY als Code für einen Rabatt) *
Tibber Pulse lokal in Home Assistant auslesen
Für mich war besonders interessant, dass ich die Daten des Tibber Pulse nicht nur über die Tibber-Cloud verwenden kann.
Die Messwerte lassen sich auch lokal aus der Tibber Bridge auslesen und in Home Assistant integrieren. Dadurch konnte ich meinen bisherigen Infrarot-Lesekopf zumindest vorübergehend ersetzen.
Für die Einrichtung benötigst du HACS, also den Home Assistant Community Store.
Dort suchst du nach einer passenden Integration für den lokalen Tibber-Pulse-Zugriff. Je nach aktueller Version kann diese beispielsweise als „Tibber Pulse IR Local“ oder „Tibber Pulse Local Push“ bezeichnet werden.
Nach der Installation startest du Home Assistant neu und fügst die Integration unter „Geräte und Dienste“ hinzu.
Für die Authentifizierung benötigst du das Bridge-Passwort. Dieses befindet sich auf der Unterseite beziehungsweise am Sockel der Tibber Bridge. Das Passwort besteht aus mehreren Ziffernblöcken.
Nach erfolgreicher Einrichtung erscheinen die lokalen Leistungswerte als Sensoren in Home Assistant.
In meinem Test wurden die Werte ungefähr alle zwei bis sieben Sekunden aktualisiert. Das ist schnell genug, um damit eine lokale Nulleinspeisung oder Überschusssteuerung aufzubauen.
Der Vorteil: Ich benötige keinen zweiten Infrarot-Lesekopf und kann trotzdem lokal auf relativ schnelle Messwerte zugreifen.

Cloud-Integration und lokale Integration kombinieren
Ich empfehle dir, neben der lokalen Pulse-Integration auch die normale Tibber-Integration in Home Assistant einzurichten.
Über die offizielle Integration bekommst du beispielsweise:
- aktuelle Strompreise
- zukünftige Strompreise
- Verbrauchsdaten
- erkannte Fahrzeuge
- Wallbox-Informationen
- Ladezustände
- weitere Tibber-Geräte
Die lokale Integration liefert dagegen besonders schnelle Daten vom Stromzähler.
Die Kombination aus beiden Integrationen ist besonders leistungsfähig. Du kannst einerseits auf Börsenpreise und Tarifinformationen zugreifen und andererseits deine Geräte mit schnellen lokalen Messwerten steuern.
Stufe 3: Den Batteriespeicher als Strompreis-Puffer nutzen
Ein Batteriespeicher ist für mich einer der wichtigsten Hebel bei einem dynamischen Stromtarif.
Viele denken zunächst, dass sich ein dynamischer Tarif vor allem mit einer großen Photovoltaikanlage lohnt. Eine große PV-Anlage ist natürlich hilfreich, aber gerade im Sommer produziert sie häufig ohnehin mehr als genug Energie.
Im Winter sieht es anders aus. Dann liefert eine PV-Anlage in manchen Monaten nur einen kleinen Teil ihrer Sommerleistung.
Ein steuerbarer Batteriespeicher kann dagegen auch Netzstrom aufnehmen. Du kannst ihn in günstigen Stunden laden und die gespeicherte Energie später nutzen, wenn der Strom teuer ist.
Mit diesen Batteriespeichern habe ich bereits gute Erfahrungen gesammelt:
Marstek Venus E https://link.amazon/B0eR6ptbx *
Anker Solix AC Speicher https://link.amazon/B08l1VM5A *
Ich vergleiche das gerne mit einem Regenfass. Wenn viel Wasser vorhanden ist, sammelst du es. Wenn es später trocken und heiß ist, nutzt du den Vorrat.
Beim Strom funktioniert es ähnlich:
- günstige Energie speichern
- teuren Netzbezug vermeiden
- PV-Überschüsse nicht unnötig einspeisen
- gespeicherte Energie nachts verwenden
In meinem Test war es besonders wirkungsvoll, die Speicher tagsüber nicht unnötig zu entladen. Stattdessen habe ich die Energie für die Nacht zurückgehalten.
Dadurch konnte meine Nulleinspeisungssteuerung den Netzbezug über längere Zeit nahe null halten.
Der Wirkungsgrad entscheidet über die Wirtschaftlichkeit
Ein Batteriespeicher arbeitet nicht verlustfrei.
Beim Laden, Speichern und Entladen geht ein Teil der Energie verloren. Zusätzlich entstehen Verluste im Wechselrichter.
Wenn du eine Kilowattstunde aus dem Netz in den Speicher lädst, bekommst du später nicht die vollständige Kilowattstunde zurück.
Je nach System, Leistung und Betriebszustand kann der Gesamtwirkungsgrad deutlich variieren.
Das bedeutet: Du solltest einen Speicher nicht bei einem Preis von 30 Cent laden, um wenige Stunden später Netzstrom für 31 Cent zu vermeiden. Die Preisdifferenz wäre zu gering, um die Verluste auszugleichen.
Anders sieht es aus, wenn du bei 18 oder 20 Cent lädst und später 35 oder 40 Cent Netzbezug vermeidest. Dann kann sich das Speichern trotz der Verluste lohnen.
Warum niedrige Ladeleistungen problematisch sein können
Ein weiterer technischer Punkt ist die Leistung des Wechselrichters.
Viele Wechselrichter arbeiten bei sehr niedriger Leistung weniger effizient. Wenn mehrere Speicher gleichzeitig nur mit jeweils 100 oder 150 Watt entladen, können die Verluste im Verhältnis zur abgegebenen Energie relativ hoch sein.
Deshalb kann es sinnvoller sein, einen Speicher mit beispielsweise 1.000 Watt zu entladen, anstatt mehrere Systeme parallel mit sehr kleinen Leistungen zu betreiben.
Welche Strategie optimal ist, hängt von deinem Speicher, deinem Wechselrichter und deinem Lastprofil ab.
Für ein intelligentes Energiemanagement reicht es daher nicht aus, nur auf den Strompreis zu schauen. Auch Wirkungsgrad, Ladeleistung und verbleibende Akkukapazität müssen berücksichtigt werden.
Stufe 4: Laden und Entladen automatisieren
Zu Beginn habe ich meine Speicher teilweise noch manuell geladen.
Wenn ich gesehen habe, dass der Strom am Nachmittag besonders günstig ist und in der Nacht deutlich teurer wird, habe ich den Speicher über seine Steuerung in den Lademodus versetzt.
Das funktioniert für einen Test, ist aber keine dauerhafte Lösung.
Eine gute Automatisierung muss selbst entscheiden:
- Wann ist der Strom günstig?
- Wann wird der Strom später teuer?
- Wie hoch ist der erwartete Hausverbrauch?
- Wie voll ist der Speicher?
- Wie viel Energie wird bis zum nächsten günstigen Zeitfenster benötigt?
- Wie viel PV-Ertrag ist zu erwarten?
- Muss gleichzeitig das Elektroauto geladen werden?
- Welche maximale Ladeleistung ist erlaubt?
Genau hier wird das Thema komplex.
Ein einfacher Zeitplan kann bereits viel bewirken. Beispielsweise könntest du festlegen, dass dein Speicher nur zwischen 12 und 16 Uhr geladen und zwischen 18 und 7 Uhr entladen werden darf.
Eine wirklich intelligente Steuerung berücksichtigt aber zusätzlich die Strompreise und das Lastprofil deines Hauses.
Warum ich lokale Automatisierungen bevorzuge
In meinem Smart Home versuche ich, so viel wie möglich lokal zu steuern.
Wenn eine Automatisierung vollständig von einem externen Server abhängig ist, kann sie bei einem Internet- oder Cloud-Ausfall nicht mehr funktionieren. Im ungünstigsten Fall passiert das genau dann, wenn der Strom besonders teuer ist.
Eine lokale Steuerung in Home Assistant bietet mehrere Vorteile:
- schnelle Reaktionszeiten
- mehr Kontrolle
- individuelle Regeln
- weniger Abhängigkeit von Cloud-Diensten
- bessere Integration verschiedener Hersteller
- lokale Speicherung der Daten
Natürlich benötigt ein dynamischer Stromtarif weiterhin externe Preisdaten. Die Entscheidung, was deine Geräte mit diesen Daten machen, kann aber lokal getroffen werden.
Ich arbeite dafür an meiner eigenen Überschuss- und Nulleinspeisungssteuerung. Sie berücksichtigt bereits den Hausverbrauch, die Speicher und die Wallbox. Die automatische Optimierung anhand dynamischer Strompreise ist der nächste Schritt.
Alternativ kannst du Lösungen wie EVCC verwenden. EVCC kann unter anderem PV-Überschuss, Strompreise, Batteriespeicher und Elektroautos miteinander verknüpfen.
Stufe 5: Das Elektroauto intelligent laden
Das Elektroauto ist bei vielen Haushalten der größte verschiebbare Verbraucher.
Bei mir entfielen in einem Monat fast 300 Kilowattstunden auf die Wallbox. Genau deshalb hat die Optimierung des Ladevorgangs einen so großen Einfluss auf meinen Durchschnittspreis.
Bei Tibber kannst du dein Elektroauto oder eine unterstützte Wallbox mit der App verbinden. Anschließend legst du fest, wann das Fahrzeug geladen sein soll.
Tibber plant den Ladevorgang dann automatisch in möglichst günstige Stunden.

In meinem Test lag der durchschnittliche Ladepreis bei ungefähr 16,2 Cent pro Kilowattstunde. Das war deutlich günstiger als mein allgemeiner Durchschnittspreis.
Natürlich funktioniert das am besten, wenn das Fahrzeug regelmäßig eingesteckt ist und genügend Zeit bis zur nächsten Abfahrt bleibt.
Wenn du dein Auto erst kurz vor der Abfahrt anschließt und sofort eine große Energiemenge benötigst, kann das System den Ladevorgang kaum verschieben.
Diese Wallboxen kann ich empfehlen:
Go-eCharger Wallbox https://link.amazon/B0duijbE8 *
V2C Trydan Wallbox https://goo.su/6BWKvy *
Was sind Grid Rewards?
Grid Rewards belohnen netzdienliches Laden.
Das Stromnetz muss Angebot und Nachfrage jederzeit ausgleichen. Wenn sehr viele Verbraucher gleichzeitig Strom benötigen, kann es sinnvoll sein, einzelne flexible Ladevorgänge kurz zu pausieren oder zu verschieben.
Wenn dein Elektroauto nicht sofort vollständig geladen sein muss, kann Tibber diese Flexibilität nutzen.
Du gibst weiterhin vor, wann dein Auto bereit sein soll. Innerhalb dieses Zeitfensters kann das System den Ladevorgang optimieren.

In meinem Test gab es einen Moment, in dem die Grid-Rewards höher waren als die Stromkosten des Ladevorgangs. Dadurch entstand rechnerisch ein negativer Ladepreis.
Das ist eine Ausnahme und keine garantierte Ersparnis. Dennoch zeigt es, wie Elektroautos zukünftig nicht nur Verbraucher, sondern ein aktiver Bestandteil eines intelligenten Stromnetzes werden können.
Tibber-App oder lokale Steuerung?
Beide Ansätze haben ihre Vorteile.
Die Tibber-App ist besonders einfach einzurichten. Du verbindest ein unterstütztes Fahrzeug oder eine Wallbox, legst deinen gewünschten Abfahrtszeitpunkt fest und überlässt die Planung dem System.
Die Vorteile sind:
- einfache Einrichtung
- automatische Preisoptimierung
- gute Benutzeroberfläche
- Grid Rewards
- wenig Wartungsaufwand
Eine lokale Steuerung mit Home Assistant oder EVCC bietet dagegen mehr Flexibilität.
Du kannst eigene Regeln definieren und verschiedene Geräte unabhängig vom Hersteller kombinieren. Beispielsweise kannst du festlegen, dass dein Batteriespeicher nicht entladen wird, während das Elektroauto lädt.
Du könntest auch priorisieren, ob ein PV-Überschuss zuerst in den Hausakku oder in das Elektroauto fließen soll.
Die Nachteile sind der höhere Einrichtungsaufwand und die größere technische Komplexität.
Für viele Nutzer ist die Tibber-App daher der einfachste Einstieg. Technikbegeisterte Nutzer können die offiziellen Funktionen anschließend mit lokalen Automatisierungen ergänzen.
Auch Haushaltsgeräte lassen sich optimieren
Nicht jeder Verbraucher muss vollständig automatisiert werden.
Schon eine gut sichtbare Anzeige des aktuellen Strompreises kann helfen. Ich experimentiere beispielsweise mit einem ESPHome-Display, das die kommenden Strompreise anzeigt.
Dadurch sieht jeder im Haushalt sofort, ob der Strom gerade günstig oder teuer ist.

Theoretisch lassen sich auch Geräte wie Spülmaschine, Waschmaschine oder Trockner automatisch starten. In der Praxis muss die Automatisierung aber zum Alltag passen.
Wenn die Spülmaschine morgens voll ist und das Geschirr benötigt wird, möchte ich nicht unbedingt bis zum nächsten Tag warten, nur um einige Cent zu sparen.
Das Ziel sollte daher nicht sein, den gesamten Alltag dem Strompreis unterzuordnen. Gute Automatisierung arbeitet im Hintergrund und wird von den Bewohnern möglichst wenig wahrgenommen.
Zusätzlich sparen mit § 14a EnWG
Neben dem dynamischen Strompreis können reduzierte Netzentgelte ein weiterer Sparhebel sein.
Nach § 14a EnWG können bestimmte steuerbare Verbrauchseinrichtungen von reduzierten Netzentgelten profitieren.
Dazu zählen unter anderem:
- Wallboxen
- Wärmepumpen
- Batteriespeicher
- bestimmte Anlagen zur Klimatisierung
Voraussetzung ist unter anderem, dass der Netzbetreiber die Leistung der steuerbaren Verbrauchseinrichtung bei Bedarf begrenzen darf.
Dabei wird das Gerät nicht vollständig abgeschaltet. Es muss weiterhin eine festgelegte Mindestleistung zur Verfügung stehen.
Je nach gewähltem Modul kann es eine pauschale Reduzierung des Netzentgelts oder zeitvariable Netzentgelte geben.
Besonders interessant ist die Kombination aus dynamischem Stromtarif und zeitvariablen Netzentgelten. Dann kann nicht nur der Börsenpreis, sondern auch ein Teil der Netzkosten von der Uhrzeit abhängen.
Die konkrete Umsetzung ist allerdings noch stark vom jeweiligen Netzbetreiber abhängig. Nicht jeder Netzbetreiber unterstützt bereits alle technischen und tariflichen Möglichkeiten.
Du benötigst außerdem ein kompatibles intelligentes Messsystem und eine korrekt angemeldete steuerbare Verbrauchseinrichtung.
Speicher und hohe Ladeleistungen korrekt anmelden
Wenn dein Batteriespeicher mit mehreren Kilowatt aus dem Stromnetz geladen werden kann, solltest du die technischen und regulatorischen Vorgaben beachten.
Leistungsstarke AC-Speicher oder Wallboxen müssen je nach Gerät und Leistung beim Netzbetreiber gemeldet oder genehmigt werden.
In meinem Fall bin ich dazu mit meinem Elektriker und meinem Netzbetreiber im Austausch.
Die konkreten Anforderungen unterscheiden sich je nach Netzbetreiber. Deshalb solltest du vor der Inbetriebnahme klären:
- Muss das Gerät nur angemeldet oder genehmigt werden?
- Welche Formulare werden benötigt?
- Welche technischen Unterlagen müssen eingereicht werden?
- Ist eine Steuerbarkeit nach § 14a erforderlich?
- Muss die Installation durch einen Elektriker erfolgen?
Gerade bei hohen Ladeleistungen solltest du keine improvisierten Lösungen verwenden.
Für wen lohnt sich ein dynamischer Stromtarif?
Ein dynamischer Stromtarif ist besonders interessant, wenn du einen oder mehrere große steuerbare Verbraucher besitzt.
Das größte Potenzial sehe ich bei Haushalten mit:
- Elektroauto und eigener Wallbox
- Wärmepumpe
- Batteriespeicher
- Photovoltaikanlage
- Home Assistant oder anderem Energiemanagement
- hohem und zeitlich verschiebbarem Verbrauch
Besonders das Elektroauto ist ein starker Hebel. Es benötigt viel Energie und steht häufig über mehrere Stunden ungenutzt zu Hause.
Auch ein AC-gekoppelter Batteriespeicher kann interessant sein, weil er unabhängig von der PV-Produktion günstigen Netzstrom aufnehmen kann.
Weniger attraktiv ist ein dynamischer Tarif vermutlich für Haushalte mit einem sehr niedrigen Stromverbrauch und ohne verschiebbare Großverbraucher.
Wenn du nur Kühlschrank, Beleuchtung, Fernseher und wenige Haushaltsgeräte betreibst, kannst du nur einen kleinen Teil deines Verbrauchs verschieben.
In diesem Fall können die Preisschwankungen und zusätzlichen Gebühren einen möglichen Vorteil wieder aufheben.
Wie weit kann der Strompreis noch sinken?
Meine Auswertung zeigt, dass weitere Optimierungen möglich sind.
Wenn ich täglich ungefähr drei Kilowattstunden zusätzlich aus teuren in günstige Zeitfenster verschiebe, könnte mein durchschnittlicher Strompreis möglicherweise in Richtung 24 Cent pro Kilowattstunde sinken.
Der theoretisch günstigste Einzelpreis des Monats lag noch niedriger. Diesen Durchschnitt kann ein realer Haushalt aber kaum erreichen.
Auch nachts laufen Geräte, die sich nicht vollständig abschalten lassen. Dazu gehören Kühlschrank, Netzwerk, Server und Smart-Home-Technik.
Um fast ausschließlich in den günstigsten Stunden Strom zu beziehen, wäre außerdem ein sehr großer Batteriespeicher notwendig. Die Investition würde sich wahrscheinlich nicht rechnen.
Das Ziel sollte daher kein perfekter theoretischer Minimalpreis sein. Entscheidend ist ein wirtschaftlicher Kompromiss zwischen Ersparnis, Technikaufwand und Komfort.
Der Winter wird zum echten Härtetest
Mein erster Testmonat fand im Sommer statt.
Im Sommer gibt es häufig viel Solarstrom und entsprechend günstige Mittagsstunden. Gleichzeitig kann eine vorhandene PV-Anlage einen großen Teil des Verbrauchs direkt abdecken.
Der Winter ist deutlich anspruchsvoller.
Dann treffen mehrere Faktoren aufeinander:
- geringere PV-Produktion
- höherer Stromverbrauch
- längere dunkle Zeiträume
- höherer Wärmebedarf
- möglicherweise höhere Börsenpreise
- weniger günstige Ladefenster
In vergangenen Wintern gab es einzelne Tage und Zeiträume mit sehr hohen Strompreisen.
Die große Frage ist daher, ob ich meinen Durchschnittspreis auch im Winter in der Nähe von 27 Cent halten kann oder ob die teuren Zeiträume den Vorteil des Sommers wieder aufheben.
Ein einzelner günstiger Sommermonat reicht deshalb nicht aus, um einen dynamischen Tarif abschließend zu bewerten. Entscheidend ist der Durchschnitt über ein vollständiges Jahr.
Fazit: Der Tarif allein senkt den Strompreis nicht
Ich konnte meinen durchschnittlichen Strompreis von ungefähr 37 Cent auf 26,9 Cent pro Kilowattstunde senken.
Der dynamische Stromtarif war dafür die Grundlage, aber nicht der einzige Grund.
Die eigentliche Ersparnis entstand durch fünf Stufen:
- Ich habe verstanden, wie sich mein Strompreis zusammensetzt.
- Ich habe meinen Stromverbrauch sichtbar gemacht.
- Ich habe meine Batteriespeicher als zeitlichen Puffer genutzt.
- Ich habe begonnen, Laden und Entladen intelligent zu automatisieren.
- Ich habe mein Elektroauto gezielt in günstigen Stunden geladen.
Besonders die Kombination aus Batteriespeicher und Elektroauto hat sich als großer Hebel erwiesen.
Ein dynamischer Stromtarif lohnt sich deshalb vor allem dann, wenn du nicht nur den Anbieter wechselst, sondern deinen Haushalt aktiv steuerbar machst.
Du musst dafür nicht deinen gesamten Alltag verändern. Gute Automatisierungen sorgen dafür, dass Speicher, Wallbox und andere große Verbraucher im Hintergrund arbeiten.
Wenn du bereits ein Elektroauto, eine Wärmepumpe oder einen Batteriespeicher besitzt, solltest du dir deinen Verbrauch genauer ansehen. Schon das Verschieben weniger Kilowattstunden pro Tag kann deinen durchschnittlichen Strompreis deutlich reduzieren.
Ich werde den dynamischen Stromtarif weiter testen und besonders beobachten, wie sich das System im Winter verhält. Denn erst dann zeigt sich, ob die günstigen Ergebnisse auch über ein vollständiges Jahr Bestand haben.
Wenn du deine Stromkosten ebenfalls reduzieren und dein Energiemanagement lokal aufbauen möchtest, beschäftige dich zunächst mit deinem aktuellen Verbrauch. Prüfe, welche großen Verbraucher du verschieben kannst, und beginne danach Schritt für Schritt mit der Automatisierung. So wirst du vom passiven Stromkunden zum aktiven Energiemanager deines eigenen Hauses.
Hier kannst du Tibber über meinen Einladungslink entdecken:
https://tibber.com/de/invite/alkly * Alternativ kannst du bei der Anmeldung den Invite-Code ALKLY verwenden.
Sämtliche mit „*“ markierten Links hängen mit Werbung oder Amazon Partnerprogrammen zusammen. Sie dienen dir als potentiellen Käufer als Orientierung und verweisen explizit auf bestimmte Produkte. Sofern diese Links genutzt werden, kann im Falle einer Kaufentscheidung eine Provision an mich ausgeschüttet werden. Bei einem Kauf über diese Links fallen natürlich keine Mehrkosten an. Danke!!

Alex Kly (Alkly)
Ich glaube an ein Smart Home, das dir gehört – nicht der Cloud. Ich zeige dir, wie du Technik nutzt, um Energie zu sparen, Solar optimal einzubinden und dein Zuhause nachhaltig zu steuern.
Ein Zuhause, das mitdenkt, dich entlastet – und dich jeden Tag ein Stück freier macht.
