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Stromverbrauch detailliert im Haus messen und visualiseren: Mein Weg mit Home Assistant, Shelly, Refoss und dem Energy Dashboard

Warum ich plötzlich meinen kompletten Stromverbrauch verstehen wollte

Ich lebe schon seit 2019 im Smart Home. Home Assistant läuft stabil, viele Geräte sind integriert und alles funktioniert lokal – genau so, wie ich es mag.

Und dann kam die Stromnachzahlung.

Was mich dabei am meisten gestört hat, war nicht mal die Höhe, sondern die Tatsache, dass ich keine Ahnung hatte, woher der Verbrauch kommt. Ich hatte PV, Balkonkraftwerk und jede Menge Technik im Einsatz – aber am Ende war alles trotzdem ein Blindflug.

Genau an diesem Punkt habe ich entschieden:
Ich will nicht mehr raten, sondern verstehen.

Mein Ziel war klar:

  • Transparenz über den gesamten Stromverbrauch
  • Verständnis für einzelne Verbraucher
  • Grundlage für echtes Energiemanagement

Das Grundprinzip: Strom im Haus in drei Ebenen verstehen

Du hast:

  • Gesamtstrom
  • mehrere Abzweigungen (Stockwerke / Stromkreise)
  • einzelne Geräte

Genauso habe ich meinen Strom analysiert – in drei Ebenen:

Level 1: Gesamtverbrauch

Hier schaue ich mir an, was insgesamt ins Haus rein- und rausgeht.

Level 2: Stromkreise und Etagen

Hier wird es spannender: Wo im Haus wird der Strom verbraucht?

Level 3: Einzelne Geräte

Und ganz am Ende: Welches Gerät ist konkret verantwortlich?

Diese Struktur ist extrem wichtig, weil du sonst entweder:

  • zu grob bleibst (nur Stromzähler)
  • oder dich im Detail verlierst (nur Steckdosen)

Level 1: Den Gesamtverbrauch direkt am Stromzähler erfassen

Die Basis von allem ist dein Stromzähler. Ohne diese Daten bringt dir der Rest nur begrenzt etwas.

Die meisten modernen Stromzähler haben eine optische Infrarotschnittstelle, über die sie Daten senden. Diese kannst du mit einem Lesekopf abgreifen und direkt in Home Assistant einbinden.

Das Prinzip dahinter ist relativ simpel:

  • der Zähler sendet Daten über SML (Smart Message Language)
  • ein Lesekopf empfängt diese Signale
  • die Daten landen lokal im System (z. B. per MQTT)

Ich habe verschiedene Varianten ausprobiert – von DIY bis Plug & Play.

Wenn du es einfach willst, empfehle ich dir eine fertige Lösung zum Beispiel von stromleser.de* da gibt es beispielsweise den stromleser.tasmota*mit Tasmota Lesekopf oder den Stomleser.one* mit MQTT . Über diese Links sind dir automatisch 10% Rabatt hinterlegt.

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Wichtig: Ohne PIN bekommst du nur halbe Daten

Ein Punkt, der gerne übersehen wird:

Viele Zähler senden standardmäßig nur sehr eingeschränkte Informationen.
Du brauchst einen PIN vom Netzbetreiber, um alle Daten freizuschalten. Dazu kontaktierst du deinen Netzbetreiber und forderst deinen PIN an. Bei mir hat das etwa zwei Wochen gedauert – lohnt sich aber absolut.

Das bedeutet konkret:

  • Echtzeitverbrauch wird sichtbar
  • Einspeisung wird korrekt angezeigt
  • detaillierte Werte werden freigegeben

Um den Pin zu aktivieren gibt es mehrere Wege. Ich empfehle euch eine App zu verwenden zum Beispiel von Merick.

Mit dieser App blitzt du die Schnittstelle an ( über das Blitzsymbol) und versetzt sie damit in den PIN Modus. Gibst den Pin ein und klickst dich durch bis OFF am Display steht. Anschließend das Blitzsymbol gedrückt halten bis ON am Display erscheint. Dann den Stromleser an die Schnittstelle hängen.


Was du danach im Energy Dashboard siehst

Um die Hauptleitung zum Energy Dashboard in Home Assistant hinzufügen

klicke auf: Netzanschluss hinzufügen

Ja nachdem wie du den Wert in deinem Tasmota und Co genannt hast musst du hier die entsprechenden Werte auswählen.

Bei mir: SM_Total energy bought und SM_Total energy sold

Dann noch deinen aktuellen kW/h Preis eintragen.

Und noch „Vergütung nicht erfassen“ und bei der Leistungsmessung „Standard“ auswählen dann speichern.

Sobald alles läuft, bekommst du zum ersten Mal ein echtes Gefühl für deinen Verbrauch.

Du siehst unter anderem:

  • aktuellen Verbrauch in Watt
  • Gesamtverbrauch in kWh
  • Einspeisung (falls vorhanden)
  • Verlauf über Zeit

Und genau hier wird vielen erst bewusst, wie sich der eigene Strom wirklich verhält.


Level 2: Stromkreise und Etagen mit Shelly überwachen

Der Stromzähler zeigt dir das große Ganze. Aber die entscheidende Frage ist:

Wo im Haus passiert der Verbrauch?

Hier kommen Geräte wie der Refoss EM06P oder Shelly Pro 3EM ins Spiel. Diese messen einzelne Leitungen direkt in der Verteilung – über sogenannte CT-Klemmen. Wichtig, diese Arbeiten immer nur von einer Elektrofachkraft ausführen lassen.

Hinweis: Bei den oben angezeigten Links handelt es sich um Affiliate-Links. Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen. Es entstehen für Dich keine zusätzlichen Kosten.

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Was ich konkret überwache

In meinem Setup habe ich mehrere Bereiche getrennt erfasst:

  • Untergeschoss
  • Obergeschoss
  • Waschküche
  • Wallbox
  • einzelne Phasen

Dadurch kann ich sehr genau sehen, welcher Bereich gerade Strom zieht.

Ein typisches Beispiel aus meinem Alltag:
Wenn die Waschmaschine läuft, sehe ich sofort, welche Phase aktiv ist. Beim Trockner genauso. Und die Wallbox ist sowieso ein klarer Peak.

In Home Assistant dann noch die Shellys und Refoss Geräte sauber benennen um alles im Blick zu behalten


Realität im Altbau: Platz ist ein echtes Problem

Theorie ist das eine – Praxis etwas ganz anderes.

Gerade im Altbau hast du oft:

  • extrem wenig Platz in der Unterverteilung
  • alte Verkabelung
  • wenig Spielraum für Erweiterungen

Ich musste bei mir sogar nachträglich umbauen, weil das Gehäuse zu klein war.

Mein Tipp:

  • plane großzügig
  • denke an zukünftige Erweiterungen
  • arbeite unbedingt mit einem Elektriker

Wichtiger technischer Hinweis zu Shelly

Ein Punkt, den du unbedingt kennen solltest:

Shelly misst nicht automatisch wie ein Stromzähler.
Das Thema nennt sich Saldierung.

Das bedeutet:

  • Einspeisung und Bezug werden nicht immer korrekt verrechnet
  • gerade bei PV kann das zu falschen Werten führen

Mit den neuen gemessenen Stromkreisen jetzt das Dashboard erweitern

Dazu Gerät hinzufügen klicken.

Und jeden Bereich einzeln hinzufügen – hier: EM Waschküche Phase 1


Level 3: Einzelne Geräte und echte Stromfresser identifizieren

Jetzt kommen wir zum nächsten Teil: den einzelnen Geräten.


Smarte Steckdosen als Einstieg

Ich nutze lokal laufende Steckdosen mit Strommessung. Damit kann ich schnell Geräte analysieren.

Typische Einsatzfälle:

  • Computer
  • Server
  • Küchengeräte
  • Unterhaltungselektronik

Der Vorteil liegt auf der Hand: schnell installiert, sofort Daten.

Der Nachteil:
Nicht jede Steckdose ist für Dauerlast geeignet – da musst du aufpassen.

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Feste Verbraucher messen

Für fest installierte Geräte wie Klimaanlagen nutze ich andere Lösungen mit integrierter Strommessung.

Diese sind:

  • stabiler im Dauerbetrieb
  • direkt im System integriert
  • genauer für langfristige Auswertung

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Konkrete Messwerte aus meinem Setup

Ein paar echte Beispiele:

  • Mac: ca. 45 Watt
  • Mini-PC: ca. 30 Watt
  • Wasserkocher + Backofen: bis zu 4,8 kW
  • Eine Stunde Backofen = ca. 1,2 kWh

Das ist genau der Moment, wo man merkt:
Man hätte es nie geschätzt – aber jetzt weiß man es.


So habe ich alles im Energy Dashboard zusammengeführt

Das Herzstück meiner Auswertung ist das Energy Dashboard in Home Assistant.

Dort habe ich alles zusammengeführt:

  • Netzverbrauch über den Stromzähler
  • PV-Erzeugung über den Wechselrichter
  • Verbrauch nach Etagen über Shelly
  • Einzelgeräte über Steckdosen

Wichtig dabei ist die korrekte Struktur. Gerade bei Einzelgeräten musst du definieren, woher der Strom kommt.


Typischer Fehler: doppelte Zählung

Wenn du das nicht sauber machst, passiert Folgendes:

  • Verbrauch wird doppelt gezählt
  • Werte stimmen nicht mehr
  • Dashboard wird unbrauchbar

Deshalb immer die vorgelagerte Geräte korrekt definieren


Das Ergebnis

Nach Einbindung aller Geräte ins Energy Dashboard sehe ich jetzt:

  • nahezu keinen unerfassten Verbrauch mehr
  • klare Zuordnung zu Bereichen und Geräten
  • exakte Lastverläufe

Und das Beste:
Ich kann live sehen, was gerade im Haus passiert.


Die größten Erkenntnisse aus meinem Setup

Nach kurzer Zeit haben sich einige Dinge herauskristallisiert, die mich wirklich überrascht haben.

Zum Beispiel:

  • Standby-Verbrauch ist höher als gedacht
  • Lastspitzen entstehen schneller als erwartet
  • PV-Strom wird oft nicht optimal genutzt
  • Transparenz verändert das eigene Verhalten

Und ganz ehrlich: Es macht fast schon süchtig, ins Dashboard zu schauen


Sicherheit und Elektrik: bitte nicht unterschätzen

Ein ganz wichtiger Punkt zum Schluss.

Ich habe in meiner alten Verteilung Dinge gesehen wie:

  • offene Leitungen
  • falsche Verkabelung
  • ungeschützte Adern

Das ist kein Spielplatz.

Deshalb mein klarer Rat:

  • arbeite niemals selbst an der Verteilung ohne Fachwissen
  • hol dir einen Elektriker
  • plane sauber und sicher

Mein Fazit: Ohne Messung kein echtes Energiemanagement

Wenn ich eine Sache aus dem ganzen Setup mitgenommen habe, dann diese:

👉 Du kannst nur optimieren, was du auch misst.

Erst durch diese Transparenz kann ich jetzt:

  • meinen Stromverbrauch verstehen
  • gezielt optimieren
  • PV sinnvoll nutzen
  • zukünftige Automationen planen

Das Ganze ist für mich die Basis für:

  • dynamische Stromtarife
  • Akku-Management
  • echtes Home Energy Management

Ich arbeite derzeit mit der Community an einem Überschussmanager in Home Assistant wenn dich das interessiert trage dich doch gerne ein:

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Alkly Dumme Dinge Smart machen

Alex Kly (Alkly)

Ich glaube an ein Smart Home, das dir gehört – nicht der Cloud. Ich zeige dir, wie du Technik nutzt, um Energie zu sparen, Solar optimal einzubinden und dein Zuhause nachhaltig zu steuern.
Ein Zuhause, das mitdenkt, dich entlastet – und dich jeden Tag ein Stück freier macht.

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