Wallbox ohne App und ohne Cloud: Warum die V2C Trydan für Home Assistant eine der spannendsten Wallboxen ist
Ich bin mittlerweile ziemlich vorsichtig geworden, wenn es um neue Smart-Home-Produkte geht. Gerade bei Wallboxen sehe ich immer wieder dasselbe Problem: Auf dem Papier klingt vieles modern, komfortabel und smart. Es gibt eine App, schöne Diagramme, Cloudfunktionen, Ladeprofile und vielleicht sogar irgendeine Form von PV-Überschussladen. Aber sobald man genauer hinschaut, stellt sich für mich die eigentlich entscheidende Frage: Was passiert, wenn diese App irgendwann nicht mehr funktioniert?
Bei einer smarten Steckdose oder einer LED-Lampe wäre das ärgerlich. Bei einer Wallbox ist es ein ganz anderes Thema. Eine Wallbox wird fest installiert, hängt an der Elektroverteilung und soll im Idealfall viele Jahre dein E-Auto laden. Das ist kein Gerät, das man alle zwei Jahre austauscht, nur weil ein Hersteller keine Lust mehr auf seine Cloud hat. Genau deshalb reicht es mir nicht, wenn eine Wallbox heute gut aussieht und morgen per App steuerbar ist. Ich möchte wissen, ob sie auch langfristig funktioniert. Lokal. Ohne Cloudpflicht. Ohne App-Zwang. Und am besten so, dass ich sie sauber in Home Assistant, mein Energy Dashboard und eine PV-Überschusssteuerung integrieren kann.
Werbung: Mit genau dieser Erwartung habe ich mir die V2C Trydan Wallbox angeschaut. Der Hersteller hat sich gemeldet und sinngemäß gesagt: Schau dir unser Produkt an, wir erfüllen viele deiner lokalen Anforderungen. Für mich war aber sofort klar: Ich mache daraus keinen klassischen Werbetest, bei dem ich Marketingversprechen vorlese. Ich wollte wissen, ob die Wallbox wirklich das kann, was für ein lokales Smart Home wichtig ist. Also habe ich sie installiert, eingerichtet, mit Home Assistant verbunden, EVCC ausprobiert, PV-Überschussladen angeschaut und am Ende den wichtigsten Test gemacht: Was passiert, wenn ich der Wallbox das Internet wegnehme?

Warum ich bei Wallboxen nicht mehr nur auf App und Ladeleistung schaue
Viele Wallbox-Empfehlungen konzentrieren sich auf Dinge, die zwar wichtig sind, aber nicht die ganze Wahrheit erzählen. Da geht es um 11 kW oder 22 kW, um schönes Design, um eine moderne App oder um einen möglichst günstigen Preis. Das alles spielt natürlich eine Rolle. Aber aus meiner Sicht wird dabei oft die wichtigste Frage vergessen: Wem gehört am Ende die Kontrolle über deine Wallbox?
Gehört sie dir und deinem lokalen Smart Home? Oder gehört sie letztlich einem Server irgendwo beim Hersteller?
Genau dieser Punkt ist für mich in den letzten Jahren immer wichtiger geworden. Ich habe viele Smart-Home-Produkte gesehen, die anfangs hervorragend funktioniert haben. Dann wurde die App schlechter gepflegt, die Cloud geändert oder der Hersteller hat seine Produktlinie eingestellt. Plötzlich wurden aus eigentlich guten Geräten nervige Baustellen. Man konnte sie nicht mehr neu einrichten, Funktionen verschwanden oder lokale Automationen waren nur noch über Umwege möglich.
Bei einer Wallbox möchte ich dieses Risiko nicht eingehen. Wenn ich mir heute eine Wallbox installiere, dann soll sie nicht nur mit meinem aktuellen Auto funktionieren, sondern auch mit dem nächsten. Sie soll nicht nur heute in mein Smart Home passen, sondern auch in fünf oder zehn Jahren noch steuerbar sein. Und sie soll nicht davon abhängig sein, ob irgendeine App noch im App Store verfügbar ist.
Deshalb schaue ich bei einer Wallbox inzwischen zuerst auf die lokalen Möglichkeiten. Kann ich sie ohne Cloud betreiben? Gibt es ein lokales Webinterface? Kann ich Daten lokal auslesen? Gibt es eine Home-Assistant-Integration? Funktioniert EVCC? Kann ich den Ladestrom lokal steuern? Und ganz wichtig: Kann ich die Wallbox noch einrichten, wenn die App irgendwann nicht mehr verfügbar ist?
Erst wenn diese Fragen beantwortet sind, interessieren mich App-Komfort, Design und Zusatzfunktionen.
V2C Trydan: Eine Wallbox für das lokale Smart Home?
Die V2C Trydan fällt schon deshalb auf, weil sie nicht einfach nur die nächste anonyme Cloud-Wallbox ist. Der Hersteller kommt aus Spanien, und das finde ich im Smart-Home-Umfeld tatsächlich spannend. Viele Produkte auf dem Markt stammen aus China und sind technisch oft gar nicht schlecht, aber sie bringen häufig eine starke Cloud-Abhängigkeit mit. Gerade wenn es um Energie, E-Auto-Laden und Verbrauchsdaten geht, möchte ich möglichst wenig davon irgendwo auf fremden Servern sehen.
Die Trydan gibt es in mehreren Varianten. Es gibt eine einphasige Version, eine dreiphasige Version mit 11 kW und eine Variante mit 22 kW. V2C hat mir die 11-kW-Version zum testen zugeschickt, die 11-kW Version ist für meinen Anwendungsfall völlig ausreichend. Mein Auto kann ohnehin nur mit 11 kW AC laden, und im Alltag ist das aus meiner Sicht mehr als genug. Außerdem ist der Unterschied zwischen 11 kW und 22 kW in Deutschland wichtig: Eine 11-kW-Wallbox muss beim Netzbetreiber angemeldet werden, während eine 22-kW-Wallbox vorher genehmigt werden muss.
Das wird häufig unterschätzt. Viele denken zuerst: Mehr Leistung ist besser. In der Praxis stimmt das aber nicht immer. Wenn dein Auto nur 11 kW laden kann oder du meistens über Nacht lädst, bringt dir eine 22-kW-Wallbox kaum Vorteile. Viel wichtiger ist dann, wie gut die Wallbox steuerbar ist, wie sauber sie sich in dein Energiesystem integriert und ob sie PV-Überschussladen sinnvoll unterstützt.
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Installation der Wallbox: Was beim Anschluss wichtig ist
Die Installation einer Wallbox ist kein DIY-Projekt für den Sonntagnachmittag. Auch wenn man technisch interessiert ist und viel selbst macht, gehört der Anschluss einer Wallbox in die Hände eines Elektrikers. Hier geht es um hohe Leistungen, Absicherung, Fehlerstromschutz, Leitungsauslegung und eine saubere Installation nach den geltenden Regeln.
Bei der V2C Trydan empfiehlt der Hersteller die Kabeldurchführung von unten. Das ist sinnvoll, weil die Durchführung dadurch besser gegen Feuchtigkeit geschützt ist. Zusätzlich wurde bei meiner Installation eine Möglichkeit vorgesehen, die Wallbox bei Bedarf schnell neu zu starten. Das klingt banal, ist aber im Alltag praktisch. Gerade bei fest installierten Geräten möchte ich nicht jedes Mal umständlich an die Verteilung, wenn ich einen Neustart brauche.
Nach der Montage kam der erste einfache Funktionstest. Ladekabel einstecken, Auto verbinden, Ladevorgang starten. Die Wallbox bootete sauber, zeigte ihre Version auf dem Display an und begann direkt mit dem Laden. Zuerst mit reduzierter Leistung, anschließend mit rund 10 bis 10,5 kW. Damit war klar: Die Grundfunktion ist da, die Wallbox lädt, die Installation passt.
Für mich war das aber erst der Startpunkt. Denn eine Wallbox, die einfach nur lädt, ist heute nichts Besonderes. Die eigentliche Frage lautet: Wie smart ist sie wirklich, wenn man sie nicht über die Cloud, sondern lokal betreiben möchte?

Einrichtung ohne App: Der große Unterschied im Test
Der spannendste Punkt kam direkt danach. Ich hatte auf meinem Smartphone bewusst keine V2C-App installiert. Denn genau das wollte ich testen: Kann ich diese Wallbox wirklich ohne App einrichten?
Bei vielen modernen Geräten scheitert man an dieser Stelle sofort. Ohne App geht nichts. Ohne Konto geht nichts. Ohne Cloud geht nichts. Genau das ist für mich bei einer Wallbox ein Problem. Wenn die Ersteinrichtung vollständig an eine App gebunden ist, entsteht automatisch eine langfristige Abhängigkeit.
Die V2C Trydan geht hier einen anderen Weg. Sie besitzt ein Display und physische Tasten. Über diese Tasten kommt man direkt ins Menü der Wallbox. Dort konnte ich zunächst die Sprache umstellen. Standardmäßig war die Wallbox bei mir auf Spanisch eingestellt, was bei einem spanischen Hersteller nicht überrascht. Über das Menü ließ sich Deutsch auswählen.
Danach habe ich den WLAN-Access-Point aktiviert. Die Wallbox baut dann ihr eigenes WLAN auf. Man verbindet sich mit diesem Netzwerk und öffnet anschließend im Browser das lokale Webinterface. Das erinnert stark an viele ESP32- oder ESPHome-Geräte, bei denen man ebenfalls direkt über einen Access Point in die Konfiguration kommt.
Und genau das ist aus meiner Sicht ein riesiger Pluspunkt.
Keine Cloud. Keine Registrierung. Keine App. Keine Hersteller-Server.
Einfach direkt mit der Wallbox verbinden und konfigurieren.
Natürlich ist die Bedienung über die Tasten nicht so komfortabel wie über eine App. Das Display wirkt etwas klassisch, und durch die Menüs zu navigieren ist nicht so elegant wie auf einem Smartphone. Aber darum geht es hier nicht. Entscheidend ist, dass es überhaupt geht. Wenn die App irgendwann verschwindet oder der Hersteller seine Cloud abschaltet, kann ich diese Wallbox weiterhin lokal erreichen und konfigurieren.
Tipp: Wenn du eine Wallbox kaufst, frage nicht nur, ob es eine App gibt. Frage vor allem, ob die Wallbox ohne App eingerichtet und lokal konfiguriert werden kann. Genau das ist der Unterschied zwischen Komfort und echter Zukunftssicherheit.
Ein Blick ins Innere der Wallbox
Da die Wallbox während der Installation ohnehin geöffnet war, konnte ich auch einen Blick auf die Hardware werfen. Besonders interessant fand ich den verbauten ESP32. Wer sich mit Home Assistant, ESPHome oder DIY-Smart-Home-Projekten beschäftigt, kennt diesen Mikrocontroller sehr gut. Er ist leistungsfähig, günstig, flexibel und eignet sich hervorragend für lokale Steuerungen.
Das Spannende ist: Viele Hersteller verbauen solche Hardware, nutzen die lokalen Möglichkeiten aber nicht konsequent aus. Technisch wäre oft viel mehr möglich, aber die Produkte werden trotzdem künstlich an Cloud und App gebunden.
Bei der Trydan wirkt das anders. Neben dem ESP32 sieht man eine sauber aufgebaute Platine, Relais, Schutzkomponenten und das Display. Natürlich ersetzt ein kurzer Blick ins Innere keine vollständige technische Analyse, aber der Aufbau macht einen ordentlichen Eindruck. Für mich war vor allem wichtig zu sehen, dass die Wallbox nicht nur von außen „smart“ wirkt, sondern auch intern auf einer Plattform basiert, die lokale Funktionen sinnvoll ermöglicht.
Die App der V2C Trydan: Komfortabel, aber nicht zwingend notwendig
Nachdem die lokale Einrichtung ohne App funktioniert hatte, habe ich natürlich trotzdem die App getestet. Denn auch wenn ich Cloud-Zwang nicht mag, heißt das nicht, dass eine App grundsätzlich schlecht ist. Eine gute App kann den Alltag deutlich vereinfachen. Wichtig ist nur, dass sie nicht die einzige Möglichkeit bleibt.
Die Einrichtung über die App funktioniert schnell. Die Wallbox wird per Bluetooth gefunden und anschließend mit dem heimischen WLAN verbunden. Danach kann man Fahrzeuge hinzufügen, Ladeprofile anlegen, Ladevorgänge überwachen und die Ladeleistung anpassen. Im Test konnte ich den Ladestrom stufenlos verändern, beispielsweise von 16 Ampere herunter auf 6 Ampere.
Auch Ladeprofile und Ecocharging sind in der App vorhanden. Dort lassen sich unterschiedliche Betriebsarten auswählen, etwa klassisches Laden oder Photovoltaik-basiertes Laden. Zusätzlich gibt es Funktionen rund um dynamische Tarife, wobei Deutschland zum Zeitpunkt des Tests offenbar noch nicht vollständig unterstützt war. Das ist ein Punkt, bei dem ich mir für den deutschen Markt noch Verbesserungen wünsche.
Was mir an der App gefällt: Sie ist praktisch, aber nicht zwingend notwendig. Genau so sollte es sein. Die App ist eine Komfortschicht über der Wallbox. Sie macht manches einfacher, aber sie ist nicht die Grundlage des gesamten Systems.
Das ist für mich ein sehr wichtiger Unterschied. Wenn eine App nur Komfort bietet, ist sie willkommen. Wenn sie aber zur Voraussetzung wird, entsteht Abhängigkeit.

PV-Überschussladen mit der V2C Trydan
Ein großes Thema ist das PV-Überschussladen. Und genau hier wird die Trydan besonders interessant. Denn sie bietet mehrere Möglichkeiten, um den verfügbaren Solarstrom sinnvoll zum Laden des E-Autos zu nutzen.
Grundsätzlich geht es beim PV-Überschussladen darum, das Auto möglichst dann zu laden, wenn im Haus mehr Solarstrom erzeugt wird, als gerade verbraucht wird. Statt diesen Überschuss ins Netz einzuspeisen, wird er ins Auto geladen. Gerade bei steigenden Strompreisen und sinkender Einspeisevergütung ist das für viele extrem attraktiv.
Die erste Möglichkeit sind CT-Klemmen. Diese Stromwandler werden an den entsprechenden Leitungen installiert und messen, was im Haus passiert. Die Wallbox kann dadurch lokal erkennen, ob Überschuss vorhanden ist. Die Verbindung zur Wallbox erfolgt über einen Anschluss im Gerät. Wichtig ist: Das ist keine Bastellösung für Laien. Solche Arbeiten gehören ebenfalls in die Hände eines Elektrikers.
Die zweite Möglichkeit ist die Einbindung eines Shelly Pro EM. Wenn du ohnehin einen Shelly zur Messung deines Hausverbrauchs nutzt, kann die Wallbox diesen lokal auslesen. In der App lässt sich der Shelly Pro EM als Messgerät auswählen. Dafür braucht man im Wesentlichen die IP-Adresse des Shelly. Die Wallbox kann dann anhand dieser Daten entscheiden, ob und wie stark geladen werden soll.

Die dritte Möglichkeit ist die direkte Verbindung zu einem kompatiblen Wechselrichter. (beispielsweise Fronius). Dabei ruft die Wallbox lokal Daten vom Wechselrichter ab und erkennt, ob gerade PV-Überschuss verfügbar ist. Auch das ist spannend, weil man dadurch nicht zwingend eine zusätzliche Softwarelösung braucht.
Genau hier zeigt sich ein großer Vorteil der Trydan: Du kannst PV-Überschussladen direkt über die Wallbox lösen, musst es aber nicht. Wer keine Lust auf Home Assistant oder EVCC hat, kann viele Funktionen direkt in der Wallbox beziehungsweise App konfigurieren. Wer tiefer einsteigen möchte, kann zusätzlich Home Assistant oder EVCC nutzen.
Photovoltaik exklusiv laden: Was das Ladeprofil bedeutet
In der App lässt sich ein Ladeprofil für Photovoltaik einrichten. Besonders interessant ist dabei der Modus „Photovoltaik exklusiv“. Die Idee dahinter ist einfach: Das Auto soll nur dann laden, wenn genügend PV-Überschuss vorhanden ist.
Zusätzlich kann man Schwellenwerte definieren. Das ist wichtig, weil ein E-Auto nicht mit beliebig wenig Leistung laden kann. Bei einphasigem Laden liegt die Mindestleistung typischerweise bei rund 1,4 kW, bei dreiphasigem Laden entsprechend höher. Deshalb muss die Steuerung wissen, ab welchem Überschuss der Ladevorgang überhaupt starten soll.
In der Praxis ist genau dieser Punkt entscheidend. Eine gute PV-Überschusssteuerung darf nicht ständig starten und stoppen, nur weil kurz eine Wolke vorbeizieht. Sie sollte sauber regeln, Mindestleistungen beachten und möglichst stabil arbeiten. Im Transkript wird das Thema eher demonstriert als vollständig produktiv umgesetzt, weil keine große PV-Anlage am Start ist. Aber die Möglichkeiten sind klar erkennbar.
Hinweis: Plane PV-Überschussladen am besten schon vor der Installation der Wallbox mit ein. Überlege, wo gemessen wird, welche Daten lokal verfügbar sind und ob du CT-Klemmen, Shelly, Wechselrichterdaten, Home Assistant oder EVCC nutzen möchtest.
Home Assistant Integration: Daten lokal auslesen und Wallbox steuern
Für mich ist Home Assistant einer der wichtigsten Punkte bei einer smarten Wallbox. Denn wenn die Daten und Steuerungsmöglichkeiten lokal in Home Assistant verfügbar sind, kann ich die Wallbox wirklich in mein Energiesystem integrieren.
Die Einrichtung der V2C Trydan in Home Assistant funktioniert über die offizielle V2C-Integration. Man geht in Home Assistant zu Geräte und Dienste, fügt die Integration hinzu und trägt die lokale IP-Adresse der Wallbox ein. Diese IP findet man entweder in der App oder im Router.
Nach der Einrichtung erscheinen Sensoren und Steuerungsmöglichkeiten. Im Test waren unter anderem Werte zur Ladeleistung und zur geladenen Energie verfügbar. Besonders wichtig: Der Ladestrom konnte direkt aus Home Assistant angepasst werden. Es war möglich, die Wallbox beispielsweise auf 6 Ampere herunterzuregeln oder wieder auf 16 Ampere hochzustellen.

Die Reaktion war im Test ausreichend schnell. Teilweise wirkte es zunächst leicht verzögert, aber bei weiteren Tests lagen die Reaktionszeiten im Bereich weniger Sekunden. Für eine Wallbox-Steuerung ist das absolut brauchbar.
Das ist für mich einer der stärksten Punkte des gesamten Tests. Denn damit ist die Wallbox nicht nur ein Gerät mit App, sondern ein echter Bestandteil des lokalen Smart Homes.
Was aktuell noch fehlt oder zumindest im Test noch nicht vollständig verfügbar war, ist die Umschaltung zwischen einphasigem und dreiphasigem Laden über Home Assistant. Über die App scheint diese Umschaltung möglich zu sein, aber in Home Assistant war sie noch nicht entsprechend integriert. Gerade für PV-Überschussladen wäre diese Funktion sehr spannend, weil einphasiges Laden bei geringer PV-Leistung oft deutlich sinnvoller ist als dreiphasiges Laden.
Wallbox im Home-Assistant-Energy-Dashboard anzeigen
Wenn die Wallbox in Home Assistant integriert ist, liegt der nächste Schritt auf der Hand: Die Ladeenergie soll im Energy Dashboard sichtbar werden.
Das ist nicht nur Spielerei. Wenn du dein Haus energetisch verstehen willst, musst du wissen, wohin dein Strom fließt. Gerade ein E-Auto ist einer der größten Verbraucher im Haushalt. Ohne saubere Darstellung im Energy Dashboard fehlt ein wichtiger Teil der Wahrheit.
In Home Assistant lässt sich die V2C Trydan als einzelner elektrischer Verbraucher hinzufügen. Dafür wählt man die passende Entität für die geladene Energie und zusätzlich die aktuelle Ladeleistung aus. Danach taucht die Wallbox im Energy Dashboard als Verbraucher auf.
Das ist extrem hilfreich. Du siehst dann nicht nur, wie viel Strom aus dem Netz, aus der Batterie oder von der PV-Anlage kommt, sondern auch, welchen Anteil dein Auto daran hat. Gerade wenn du später Automationen bauen möchtest, ist diese Transparenz Gold wert.
Für mich ist das Energy Dashboard einer der besten Wege, um aus einzelnen Smart-Home-Geräten ein echtes Energiesystem zu machen. Eine Wallbox ohne lokale Energiedaten ist für mich deshalb nur halb smart.

EVCC mit der V2C Trydan: Braucht man das überhaupt?
Neben Home Assistant wurde auch EVCC getestet. EVCC ist für viele die Standardlösung, wenn es um intelligentes Laden, PV-Überschussladen und flexible Ladeprofile geht. Die Frage ist nur: Braucht man EVCC bei der V2C Trydan überhaupt?
Die Antwort ist: Es kommt darauf an.
Die Trydan kann bereits selbst einiges lokal lösen. PV-Überschussladen über CT-Klemmen, Shelly oder Wechselrichterdaten ist ein starkes Argument. Wer eine möglichst einfache Lösung möchte und nicht tief in Home Assistant oder EVCC einsteigen will, kann viele Dinge direkt über die Wallbox konfigurieren.
EVCC wird interessant, wenn du mehrere Komponenten sauber zusammenbringen möchtest. Also zum Beispiel PV-Anlage, Speicher, Netzbezug, dynamische Stromtarife, mehrere Ladepunkte oder komplexere Ladeprofile. Im Test ließ sich die V2C Trydan als Ladepunkt in EVCC hinzufügen. Nach Eingabe der IP-Adresse wurde der Status erkannt. Schnellladen konnte gestartet und der maximale Ladestrom angepasst werden.
Auch hier funktionierte die Steuerung grundsätzlich gut. EVCC konnte die Ladeleistung verändern, und Home Assistant zeigte entsprechend, was passiert. Damit ist klar: Die Wallbox lässt sich nicht nur über ihre eigene App und Home Assistant nutzen, sondern auch in eine EVCC-basierte Ladeumgebung einbinden.
Offen bleibt auch hier das Thema Phasenumschaltung. Wenn ein- und dreiphasiges Laden künftig vollständig über Home Assistant und EVCC steuerbar wird, wäre das für PV-Überschussladen ein großer Schritt nach vorne.

Offline-Test: Was passiert ohne Internet?
Der wichtigste Test war für mich der Offline-Test.
Ich habe die Internetverbindung der Wallbox im Netzwerk blockiert. Danach war die spannende Frage: Was funktioniert noch?
Die App wirkte ohne Internet nicht mehr sauber nutzbar. Das ist nicht überraschend, wenn sie für bestimmte Funktionen über die Cloud arbeitet. Für mich ist das auch kein großes Problem, solange die App nicht der einzige Weg ist.
Entscheidend war: Die lokale Steuerung über Home Assistant funktionierte weiterhin. Ich konnte den Ladestrom ändern und den Ladevorgang beeinflussen. Die Wallbox war also nicht plötzlich nutzlos, nur weil sie keinen Internetzugang mehr hatte.
Noch wichtiger ist der Access-Point-Modus. Selbst wenn App und Server irgendwann komplett verschwinden würden, könnte man die Wallbox weiterhin lokal in einen Konfigurationsmodus bringen und über das Webinterface erreichen. Genau das ist der Punkt, der mir bei vielen anderen Produkten fehlt.
Das bedeutet nicht, dass jede einzelne Komfortfunktion offline verfügbar ist. Aber die entscheidenden Funktionen bleiben erhalten: Laden, lokal steuern, konfigurieren, Daten auslesen. Und genau darum geht es.
Tipp: Wenn du eine Wallbox testest, blockiere probeweise den Internetzugang und prüfe, was wirklich noch funktioniert. Viele Geräte wirken lokal, sind es aber nur teilweise.
Stärken und Schwächen der V2C Trydan aus meiner Praxis
Nach den ersten Tests hat die V2C Trydan bei mir einen sehr positiven Eindruck hinterlassen. Besonders stark finde ich die lokale Grundausrichtung. Die Wallbox kann ohne App eingerichtet werden, besitzt ein lokales Webinterface, lässt sich in Home Assistant integrieren und funktioniert auch ohne Internet weiter.
Ein weiterer Pluspunkt ist die Vielfalt beim PV-Überschussladen. CT-Klemmen, Shelly Pro EM und Wechselrichterdaten bieten unterschiedliche Wege, je nachdem, wie dein bestehendes System aufgebaut ist. Das macht die Wallbox flexibel und interessant für verschiedene Nutzergruppen.
Auch die Integration in Home Assistant und EVCC ist ein starkes Argument. Wer bereits ein lokales Smart Home betreibt, bekommt hier nicht nur Daten, sondern auch echte Steuerungsmöglichkeiten. Genau das unterscheidet eine smarte Wallbox von einer reinen App-Wallbox.
Es gibt aber auch Punkte, die noch besser werden können. Das Display wirkt etwas retro. Die Bedienung über die Tasten funktioniert, ist aber natürlich nicht so komfortabel wie eine App. Einige Übersetzungen könnten verbessert werden, was bei einem Produkt, das frisch stärker in den deutschen Markt kommt, aber nicht ungewöhnlich ist.
Der wichtigste technische Verbesserungswunsch ist für mich die vollständige Integration der ein- und dreiphasigen Umschaltung in Home Assistant und EVCC. Gerade für PV-Überschussladen wäre das extrem hilfreich. Wenn der Hersteller hier nachlegt, wird die Wallbox noch spannender.
Insgesamt aber volle Punktzahl in allen Testkategorien.

Typische Fehler beim Kauf einer smarten Wallbox
Der größte Fehler ist aus meiner Sicht, nur auf die App zu schauen. Eine schöne App kann blenden. Sie sagt wenig darüber aus, ob die Wallbox in fünf Jahren noch sinnvoll nutzbar ist.
Der zweite Fehler ist, Cloudfunktionen mit echter lokaler Steuerung zu verwechseln. Nur weil eine Wallbox „smart“ ist, heißt das nicht, dass sie lokal steuerbar ist. Viele Geräte senden Daten in die Cloud und holen Steuerbefehle wieder zurück. Das kann funktionieren, ist aber nicht dasselbe wie eine direkte lokale Integration.
Der dritte Fehler ist, PV-Überschussladen zu spät mitzudenken. Wenn du heute eine Wallbox installierst und später eine PV-Anlage oder einen Speicher ergänzen willst, solltest du schon jetzt auf passende Schnittstellen achten. Sonst kaufst du vielleicht zweimal.
Der vierte Fehler ist, Home Assistant und EVCC-Kompatibilität nicht zu prüfen. Gerade wenn du ein lokales Smart Home aufbauen möchtest, sind diese Punkte entscheidend. Eine Wallbox sollte nicht isoliert arbeiten, sondern Teil deines Energiesystems werden.
Mein Fazit: Für wen lohnt sich die V2C Trydan?
Die V2C Trydan ist für mich eine der spannendsten Wallboxen, wenn du Wert auf lokale Steuerung, Home Assistant und Zukunftssicherheit legst. Sie ist keine perfekte Wallbox, aber sie trifft viele Punkte, die mir persönlich sehr wichtig sind.
Besonders überzeugt hat mich, dass die Einrichtung ohne App möglich ist. Das klingt vielleicht unspektakulär, ist aber in der Praxis ein riesiger Unterschied. Wenn ein Produkt auch ohne App und Cloud konfigurierbar bleibt, sinkt das Risiko, irgendwann Elektroschrott an der Wand hängen zu haben.
Auch die Home-Assistant-Integration hat im Test gut funktioniert. Daten lassen sich lokal auslesen, der Ladestrom kann gesteuert werden, und das Energy Dashboard lässt sich sinnvoll nutzen. Zusammen mit EVCC und den verschiedenen Möglichkeiten für PV-Überschussladen entsteht ein sehr flexibles System.
Für wen lohnt sich die Wallbox besonders? Aus meiner Sicht vor allem für Nutzer, die ihr E-Auto nicht einfach nur laden möchten, sondern die Wallbox bewusst in ihr Smart Home integrieren wollen. Wenn du Home Assistant nutzt, PV-Überschussladen planst oder grundsätzlich keine Lust auf Cloud-Abhängigkeit hast, solltest du dir die Trydan definitiv anschauen.
Wenn du dagegen einfach nur eine möglichst einfache Wallbox suchst und nie etwas mit Home Assistant, EVCC oder PV-Optimierung machen möchtest, brauchst du nicht zwingend alle Funktionen. Aber selbst dann ist es beruhigend zu wissen, dass die Wallbox nicht komplett von einer App abhängig ist.
Meine ehrliche Einschätzung nach den ersten Wochen: Die V2C Trydan macht vieles richtig. Sie lädt zuverlässig, bietet starke lokale Funktionen, hat mehrere Wege für PV-Überschussladen und bleibt auch im Offline-Szenario nutzbar. Verbesserungsbedarf sehe ich vor allem bei der Phasenumschaltung über Home Assistant und EVCC, bei kleinen Übersetzungsthemen und beim etwas klassischen Bedienkonzept direkt am Gerät.
Trotzdem ist genau diese Wallbox für mich ein gutes Beispiel dafür, wohin sich der Markt entwickeln sollte. Weg von reinen App-Geräten. Weg von Cloud-Zwang. Hin zu lokalen Schnittstellen, offenen Integrationen und Produkten, die auch dann noch funktionieren, wenn der Hersteller seine Server irgendwann nicht mehr betreibt.
Wenn du gerade eine Wallbox planst, würde ich deshalb nicht nur fragen: Wie viel kW kann sie laden? Sondern vor allem: Kann ich sie lokal steuern? Kann ich sie ohne App einrichten? Kann ich sie in Home Assistant oder EVCC integrieren? Und funktioniert sie auch dann noch, wenn das Internet weg ist?
Genau diese Fragen entscheiden am Ende darüber, ob du dir eine Wallbox für die nächsten Jahre kaufst oder nur ein weiteres Cloud-Gerät an die Wand schraubst.
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Alex Kly (Alkly)
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